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Projekt zum Schutz von Meeresschildkröten
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Die Unechte Schildkröte "Caretta
caretta" zählt zu den stark gefährdeten Tierarten unsere Meere.
Seit 1993 bemüht sich ein engagiertes Projekt des Instituts
für Ökologie und Naturschutz der Universität Wien in der Türkei
um den Erhalt dieser urzeitlichen Reptilien. Forschung und Artenschutz
gehen dabei im Rahmen einer Lehrveranstaltung Hand in Hand.
Sonnenschirme, Liege-stühle
und
TouristInnen, die sich in der Sonne aalen: Auf den ersten Blick
würde hier an den Stränden von Calis und Yaniklar im Süden der
Türkei wohl niemand so genannte "Special Protected Areas" vermuten,
Gebiete also, die dem Schutz stark bedrohter Tierarten dienen.
Doch an den Stränden des Mittelmeers ist es eng geworden. Und
so legen die Meeresschildkröten ihre Eier dort ab, wo sich tagsüber
TouristInnen tummeln. Die Unechte Karettschildkröte (Caretta
caretta) ist eine der nur mehr sieben Meeres- schildkrötenarten,
die heute noch existieren. Alle sieben stehen mittlerweile auf
der Liste der gefährdeten Arten. Eine Kombination aus Artenschutz,
Forschung und Aufklärung soll ein vollständiges Aussterben der
Tiere verhindern. BiologInnen des Instituts für Ökologie und
Naturschutz arbeiten dabei eng mit ihren türkischen KollegInnen
zusammen.
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Gefahrenzone Strand
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Viele der TouristInnen
wissen gar nicht, dass sie ihren Strand von Mitte April bis
Ende September mit den Meeresschildkröten teilen. Und gegensätzlicher
könnten die beiderseitigen Interessen nicht sein. "Sehr viel,
was dort passiert, entspricht nicht dem, was in einem Schutzgebiet
erlaubt ist", konstatiert Projektleiter Dr. Michael Stachowitsch,
Lektor am Institut für Ökologie und Naturschutz, "Hotelanlagen,
die die Strände beanspruchen, nächtliche Feste am Strand, Fahren
mit Motorbooten und Jet-Skis."
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Die scheuen Reptilien werden
dadurch bei der Eiablage gestört, durch Motorboote verletzt
oder verenden an weggeworfenen Plastiksäcken, die sie mit Quallen
verwechseln. Und anderswo landen viele der Tiere - insbesondere
die nahverwandte Suppenschildkröte - trotz des Verbotes immer
noch in den Kochtöpfen, weiß Stachowitsch: "In Südamerika beispielsweise
wird in der Fastenzeit vermehrt Schildkrötenfleisch gegessen,
da dieses aus dem Meer kommt und so nicht als Fleisch gilt."
Die langsamen Tiere bilden dafür eine allzu leichte Beute.
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Frisch geschlüpftes
Jungtier - ein so genannter Hatchling.
© M. Stachowitsch
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Nach Beendigung
des Schlupf vorganges wird die Anzahl der unbefruchteten
Eier, der toten Embryos und der von Insekten befallenen
Eiern bestimmt.
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Störfaktor Licht
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Im Rahmen einer Diplomarbeit
will man im kommenden Sommer die vielen Störfaktoren an den
Eiablageplätzen der Schildkröten genauer untersuchen. Dazu zählt
zunehmend die Lichtverschmutzung an den Stränden. Frisch geschlüpfte
Jungtiere orientieren sich anhand des an der Wasseroberfläche
reflektierten Mondlichts. Wird dieses Licht von künstlichen
Lichtquellen überstrahlt, verirren sich die Tiere. Sie gelangen
nicht ins schützende Wasser, werden von Raubtieren gefressen
oder sterben an Erschöpfung. Von den WissenschafterInnen aufgestellte
Schutzkäfige über den Nestern sollen dies verhindern. Die darin
frisch geschlüpften Tiere werden an dunklen Strandabschnitten
freigelassen.Die wissenschaftliche Arbeit vor Ort stellt eine
Grundlagen, um überhaupt sinnvolle Schutz maßnahme treffen zu
können. So überwachen spezielle elektronische Messfühler die
Temperatur im Sand. Ähnlich wie bei Krokodilen also, nur dass
es bei denen genau umgekehrt ist", erläutert Projektmitarbeiterin
Christine Fellhofer den Zusammenhang.
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Wissenschafter beim Vermessen
und markieren eines erwachsenen Weibchen. © M. Stachowitsch
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Schon ein Sonneschirm
über dem Nest kann die Temperatur negativ beeinflussen.
Durch solche Messungen konnte in der Vergangenheit etwa
festgestellt werden, dass die Temperatur im Nest über
das Geschlecht der Jungtiere entscheidet. "Je höher
die Temperatur, desto mehr Weibchen entstehen.
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Patenschaft für eine Caretta
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Im Rahmen von Freilandübungen
bietet das Schildkrötenprojekt die Möglichkeit der praktischen
Ausbildung von Studierenden: Fünf Wochen Feldarbeit in der Türkei
- Campingatmosphäre, Nachtarbeit, Lagerkoller und Erfolgserlebnis
inklusive. "Die Lehrveranstaltung bietet eine der wenigen Möglichkeiten
für die Studenten, um im Ausland ein Naturschutzprojekt mitzuerleben
- mit allen Höhen und Tiefen", meint Stachowitsch. Die Widerstände,
die dem Projekt entgegengebracht werden, und die Aufklärungsarbeit
gegen die Unwissenheit und oft Unvernunft von so manchen TouristInnen
oder Einheimischen zählen mit zu den Erfahrungen, die die StudentInnen
dabei sammeln. Finanziert wird das Projekt zum größten Teil
durch Sponsoren, wie der Tiergarten Schönbrunn, Gulet Touristik
und A.R.G. Schmidt. Eine der Möglichkeiten, das Projekt privat
zu unterstützen, besteht in einer Patenschaft für ein Tier.
"50 Euro beträgt eine einjährige Patenschaft. Dafür erhält man
eine Patenschaftsurkunde, genaue Informationen über seine Schildkröte,
den Schlüpferfolg und kann sich für das Tier auch einen Namen
aussuchen", so Christine Fellhofer. Die Jungtiere, die letzten
Sommer geschlüpft sind, werden erst in ca. 20 Jahren wieder
an den Ort ihrer Geburt zurückkehren und ihre Eier nächtens
in den Sand legen. Es bleibt zu hoffen, dass sie auch dann noch
die Möglichkeit dazu vorfinden. (ro)
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An dem Meeresschildkrötenprojekt
der Universität Wien beteiligen sich neben der Universität Wien
die drei türkischen Universitäten von Izmir, Denizli und Aydin.
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QUELLE. Institut für Ökologie
und Naturschutz/Abteilung Meeresbiologie Meeresschildkrötenprojekt
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Meeresschildkröten - Projekt in
Çalis und Yaniklar
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Seit nunmehr 12 Jahren erforschen
und schützen Wissenschafter und Studenten der Universität Wien
in Zusammenarbeit mit türkischen Universitäten die Meeresschildkröten
an den Stränden von Fethiye an der türkischen Mittelmeerküste.
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Zwischen Juli und September
verbringen 20 – 25 österreichische Studenten jeweils fünf Wochen
mit den Feldarbeiten. Dabei werden unter anderem die erwachsenen
Weibchen der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) bei
ihrem Landgang vermessen und markiert, die Nester geschützt,
die frischgeschlüpften Jungtiere gezählt und auf ihrem Weg ins
Meer begleitet. Die Temperaturen in verschiedenen Tiefen des
Sandes rund um die Nester werden ebenfalls dokumentiert. Mittels
einer ausführlichen Fotodokumentation werden die vielen Veränderungen
am und um den Strand festgehalten.
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Der Arbeitsaufwand an den Stränden
beträgt mehr als tausend "Mann-Stunden" pro Jahr. Auf den Kontrollgängen
werden meist in der Nacht und in den frühen Morgenstunden insgesamt
mehr als dreitausend (!) Kilometer zurückgelegt.
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An die hundert Nester und einige
tausend Schlüpflinge werden pro Jahr betreut. Ein Informationsstand
und Vorträge machen Touristen und Einheimische mit den Meeresschildkröten
und ihrer Gefährdung vertraut.
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Neben jährlichen Arbeitsberichten
wurden mehrere Diplomarbeiten zum Thema Meeres- schildkröten
durchgeführt.
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Neben dem wichtigsten Sponsoren
Tiergarten Schönbrunn, wird das Projekt seit Beginn von der
Firma GULET TOUROPA Touristik unterstützt, die kostengünstige
Flugtickets zur Verfügung stellt. Weitere Unterstützung fanden
wir bei A.R.G. SCHMIDT (Postkarten) sowie ROSENBERGER (Buntstifte)
und VICTORINOX (Swiss Tools).
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Durch Erwerb einer Patenschaft
kann jeder Interessent helfen, den arbeitsintensiven Einsatz
zu finanzieren und damit einen Beitrag zum Fortbestand der Schildkröten
population leisten.
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Die Kosten einer Meeresschildkröten-Patenschaft:
EUR 50 pro Jahr. Überweisung auf das Konto des Tier- und Naturschutzvereins
Der Blaue Kreis" mit dem Vermerk "Schildkrötenpatenschaft".
PSK Konto Nr. 7433041. Der Blaue Kreis ist langjähriger Partner
und Unterstützer der Meeresbiologen. Spenden sind auch unter
Konto Nr. 08363056600 bei Bank Austria Creditanstalt möglich
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Weitere Informationen
Dr. Michael Stachowitsch; Christine
Fellhofer
Fakultät für Lebenswissenschaften
Department für Meeresbiologie
Universität Wien
Althanstrasse 14
A-1090 Wien
Tel: +43 4277 54457
Email: stachom5@univie.ac.at
oder christine.fellhofer@gmx.at
Homepage:www.seaturtlecourse.com
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Anmerkung Webmaster
Eine Freundin schrieb
mir in ihrem Mail folgendes: Gestern erst hatte ich
ein interessantes Gespraech mit einigen Leuten, die
ihre Segelyachten zum Überwintern in der Ece Saray Marina,
Fethiye abgestellt haben. Es wurde dort vor zwei Tagen
ein Seelöwe gesichtet! Inmitten von all den Schiffen,
war er auf Beutefang. Die Rückkehr der Seelöwen ist
ein Thema, was der neu errichteten Deniz-Behörde gemeldet
wurde. Schon vor zwei Jahren trafen wir auf zwei Seelöwen
vor der Insel Sövalye und in Marmaris. Das ist doch
mal was Nettes! Das die Caretta Schilkröten sich viel
und gerne im
Hafenbecken
der Marina aufhalten ist uns allen bekannt. Sorge mache
ich mir nur, das die Schildkröten dort den Muschelbewuchs
von den Schiffen abknabbern. Alle Schiffe sind am Unterwasserschiff
mit überaus giftigen Farben bestrichen (Antifouling),
was die Tiere dann auch zu sich nehmen. Das Brutgebiet
der Caretta Caretta Meeresschildkröte ist nicht nur
am Calisstrand, sondern auch in Dalyan bzw. am "Iztuzu"
Strand zu beobachten. Die Querverbindung Dalyan- Iztuzu-
Strand knattern waehrend der touristischen Jahreszeit
hunderte von Ausflugsbooten mit ohrenbetaeubenden Dieselmotorenlaerm
durch das Flussgebiet der Brutstaette. Die sehr scheuen
und laermempfindlichen Tiere werden so aufgeschreckt
und vertrieben. Hauptsache die Kohle stimmt! Umweltschutz
und Tierschutz wird in der Türkei noch immer dem Geldbeutel
untergeordnet. Schade Es gibt viel zu diesem Thema
zu sagen. Schaut euch nur mal die armen Huskys an, die
vor allen Tierarztpraxen zum Verkauf in winzige Kisten
gesperrt werden.
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Allgemeine Informationen
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Meeresschildkröten
leben seit fast 95 Millionen Jahren auf unseren
Planeten. Ihre Vorfahren waren riesige Landschildkröten,
die während
der Zeit der Dinosaurier begonnen haben, im
Meer zu leben. Die damaligen ersten Meeresschildkröten
sehen den heutigen nicht mehr ähnlich. Sie änderten
sich in mehreren Millionen von Jahren. Ihre
Füße wurden zu Flossen. Ihr schwerer und großer
Körper passte sich den neuen Bedingungen an
und wurde flacher und leichter. Die Dinosaurier
und die riesigen Landschildkröten sind ausgestorben.
Wir können heute in Museen nur noch ihre Fossilien
bewundern. Die Meeresschildkröten setzten jedoch
ihre Existenz fort. Sieben Arten von Meeresschildkröten
schwimmen heute noch in warmen Ozeanen unseres
Planeten. Sie verbringen ihr ganzes Leben im
Wasser. Die Weibchen gehen nur kurz an Land,
um Eier zu legen. Sie teilen das Meer mit Fischen,
Walen und anderen Tieren sowie mit der gesamten
Unterwasser Pflanzenwelt und mit uns Menschen.
In den Meeren der Türkei leben nur zwei Arten
von Meeresschildkröten: Die Karett Schildkröte
(Caretta Caretta) und die Suppenschildkröte
(Chelonia mydas).
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Suppenschildkröte (Chelonia mydas)
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Als Christoph Kolumbus die "Neue
Welt" entdeckte, lebten in der
Karibik Millionen von Meeresschildkröten.
Kolumbus und andere Entdecker,
Händler, Kolonisten und Piraten
stellten fest, dass das Fleisch
einer Rasse besonders schmackhaft
war. Diese Schildkröte war braun,
1 m lang und bis zu 136 kg schwer.
Sie ernährte sich von in seichten
Stellen nahe den Künsten wachsenden
Pflanzen. Die Seemänner konnten
dieses ruhige Tier sehr leicht
fangen. Sie drehten die Schildkröte
auf ihren Panzer, so dass sie
sich nicht verteidigen konnte.
Danach banden sie ihre Flossen
zusammen und brachten das Tier
auf ihr Schiff um es zu töten,
wenn sie frisches Fleisch brauchten.
Diese Schildkröte wird auch
"Grüne Schildkröte" genannt,
da das Fett in ihrem Körper
von den Pflanzen eine grüne
Farbe angenommen hat. Sie ist
die einzige Meeresschildkröte,
die sich von Pflanzen ernährt.
Nach mehreren Jahrhunderten
werden die Schildkröten auch
heute noch gefangen und getötet.
Ihre Zahl nimmt von Tag zu Tag
ab.
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Die Unechte Schildkröte Caretta
Caretta
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Die Karett Schildkröte ist etwas
kleiner als die Suppenschildkröte.
Sie ist 135-180 kg schwer und
ernährt sich von Skorpionen
und anderen
Meerestieren. Diese Schildkröte
jagt in der Nähe von Korallennestern
und Felsen. Man kann sie an
ihrem dicken Kopf sowie breiten
und kurzen Hals sehr leicht
erkennen. Wie die anderen Meeresschildkröten
zieht auch die Karett Schildkröte
nicht wie die Landschildkröten
ihren Kopf in ihre Panzer ein.Ihr
Kopf und ihre Flossen sind daher
schutzlos. Einige Haie und Walfische
können diese Körperteile, die
außerhalb des Körpers bleiben,
angreifen. Da sich die Karett
Schildkröte sehr schnell fortbewegt,
hat sie sehr wenige natürliche
Feinde.
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Die Suppenschildkröte legt Eier
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Das Weibchen betritt alleine
den Strand, wo immer es sein
Nest baut. Einige Zeit vorher
hat sie sich in der Nähe dieses
Strandes im Wasser gepaart.
Nun ist es Zeit die Eier zu
legen. Die Suppenschildkröte
kann in einer Saison etwa 3-4
Mal Eier legen. So schnell sie
sich im Wasser auch fortbewegt
und sich die Umgebung anpasst,
so langsam, wehrlos und schwerfällig
ist sie auf dem Land. Sie zieht
sich mühevoll an den Strand
um einen vor Wellen sicheren
Platz zu finden. Mit ihren Flossen
gräbt sie ein ihren Maßen entsprechendes
Loch in den Sand, setzt sich
hinein und gräbt ein flaschenförmiges
Loch, indem sie ihre Hinterflossen
wie eine Schaufel benutzt. Danach
legt sie rund 100 weiße Eier,
die wie Tischtennisbälle aussehen,
in dieses Loch. Die Suppenschildkröte
bedeckt die Eier danach mit
Sand und bewegt sich ganz langsam
in Richtung Meer. Dabei hinterlässt
sie eine traktorähnliche Spur.
Sie weiß leider nicht, dass
zahlreiche Gefahren auf ihre
Eier lauern. Die Menschen nehmen
die Eier meist aus Neugier oder
zum Essen mit. Außerdem sind
die Eier Leckerbissen für Hunde,
Füchse und Sandskorpione. Deshalb
müssen die Strände, wo die Schildkröten
ihre Eier legen, unbedingt unter
Schutz genommen werden.
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Die aus
den Eiern schlüpfenden Jungen
Die
Sonnenstrahlen wärmen die im Sand begrabenen
Schildkröten- Eier, wodurch diese heranreifen.
Ihre Schale ist nach zwei Monaten bereit
zum Reißen. Die Jungen stupsen mit ihren
Nasenspitzen Löcher in die Schale. Diese
spezielle Spitze an ihren Nasen verschwindet,
sobald sie aus dem Ei geschlüpft sind.
Alle Jungen müssen fast zur gleichen
Zeit aus den Eiern schlüpfen. Denn sie
müssen gemeinsam aus ihrem Nest flüchten.
Die kleinen Schildkröten graben sich
mühsam heraus. Der Sand fällt in die
leeren Eierschalen, die für die Schildkröten
als Treppen dienen. In ein paar Tagen
erreichen sie die Decke ihres Nestes
und eines Nachts oder eines frühen Morgens
erscheinen am Strand kleine dunkle Köpfe
und Flossen. Die 5 cm großen Jungen
kriechen zum Mond bescheinenden Meer,
immer dem Licht entgegen.
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Wettlauf zum Meer
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Die
kleinen Schildkröten erahnen instinktiv
die Richtung des Meeres durch das strahlende
Wasser. Sie werden vom Glanz der Wasseroberfläche
angezogen. Nachdem sie es geschafft
haben, aus ihren Nestern zu schlüpfen,
beginnt ein Wettlauf zum Meer. Die lebhaften,
aber wehrlosen Jungen strengen sich
ungeschickt an. Um das Meer erreichen
zu können, benötigen auch die Jungen
wie ihre Mütter absolute Dunkelheit.
Sie werden von brennendem Licht z.B.
aus einem Haus, Scheinwerfern, Straßenlampen
getäuscht, kriechen in Richtung dieser
Lichter und sterben schließlich. Die
Jungen kommen nachts aus ihren Nestern
heraus, um sich vor den heißen Sonnenstrahlen
zu schützen, denn diese würden sie austrocknen.
Die Panzer der ausgeschlüpften Jungen
sind noch recht weich. Da sie sich noch
nicht richtig wehren können, werden
sie von zahlreichen natürlichen Feinden
aufgefressen: z. B. sind sie für die
Skorpionheere oder manche Meeresvögel
eine Festspeise. Nur wenige Jungen können
das Meer erreichen. Viele davon werden
wiederum von Fischen aufgefressen. Nur
1-2 Jungen bleibt am Leben. Wo sie ihr
erstes Lebensjahr verbringen ist eines
der Geheimnisse der Natur. Die Suppenschildkröten
kommen zum Beispiel erst nach einem
Jahr an die Küste, um Pflanzen zu fressen.
Einjährige Junge sind so groß wie ein
Speiseteller.
Wohin
legen die Meeresschildkröten ihre Eier?
Die
Meeresschildkröten leben in breiten
Zonen mit mildem Klima.
Wie im Mittelmeer geht die Zahl der
in den pazifischen und atlantischen
Ozeanen lebenden Schildkröten von Tag
zu Tag zurück. Die Meeresschildkröten
kehren zur Eiablage zu den Stränden
zurück, an denen sie geboren wurden.
Wissenschaftler wissen immer noch nicht,
wie diese Schildkröten ihren Geburtsstrand
finden, nachdem sie mehrere Tausend
Kilometer geschwommen sind. Es wird
vermutet, dass ein Teil der Meeresschildkröten
des Mittelmeeres nur im Mittelmeer leben
und überwintern. Die Schildkröten werden
markiert, damit festgestellt wird, wohin
sie sich das Jahr hindurch bewegen.
Schildkröten
oder Schildkrötenprodukte??
Der
Bestand der Meeresschildkröten geht
drastisch zurück. Eine ausgestorbene
Tierrasse wird niemals wieder leben.
Einer der Gründe, warum die Schildkröten
vom Aussterben bedroht sind, sind die
Menschen, die sie zu verschiedenen Zwecken
fangen. Von Panzern einiger Schildkröten
werden Kämme, Brillen, Knöpfe u. ä.
hergestellt. Vom Leder einiger Schildkröten
werden Taschen und Schuhe produziert.
Andere landen in Suppen... In einigen
Gebieten glauben die Menschen, dass
Schildkrötenblut manche Krankheiten
heilt, was jedoch nicht stimmt.
Vergessen Sie nicht: falls Sie oder
Menschen in ihrer Umgebung die oben
genannten Produkte benutzen, tragen
auch Sie die Schuld für das Aussterben
dieses seltenen Tieres.
Schildkrötenfang
Früher
haben Menschen, die an Küsten lebten,
Meeresschildkröten gefangen, um ihre
Familien zu ernähren. Manchmal harpunierte
ein Fischer eine Schildkröte, um sie
zu essen und manchmal fing eine Gruppe
von Fischern mit ihren Netzen die Schildkröten,
die an die Wasseroberfläche kamen um
nach Luft zu schnappen und brachten
sie in ihre Dörfer. Als es noch viele
Meeresschildkröten gab, dachte man,
dass die Existenz der Schildkröten nicht
dadurch gefährdet werden kann. Die Nachfrage
nach Meeresschildkröten wurde jedoch
immer größer. Der Schildkrötenfang brachte
viel Geld ein. Hunderte Schildkröten
wurden im Meer oder am Strand gefangen,
bevor sie ihre Eier legten. Ihre Zahl
ging drastisch zurück und nun sind sie
vom Aussterben bedroht. Alle Schildkröten
in unserem Land stehen unter Naturschutz.
Der Handel mit Schildkrötenprodukten
ist verboten. Trotzdem sind Menschen
unter uns, die diese Gesetze brechen.
Schleppnetze
und Schildkröten
Überall
in der Welt gehen kommerzielle Fischerboote
auf Fang. Einiger diesen Boote fahren
in der Nähe der Küste und ziehen große
"troll" genannte Netze über den Meeresgrund.
Mit dieser Art von Fischerei wird der
Meeresgrund sozusagen mit Netzen ausgebaggert.
Die Lebensräume vieler Fische, Sandgarnellen,
Korallen werden dabei beschädigt. Auch
Karett Schildkröten gelangen meistens
zufällig in die Netze. Zahlreiche Meeresschildkröten
geraten in die für Sandgarnellen angefertigten
Netze und sterben mit den Garnelen,
weil sie an die Oberfläche des Wassers
getrieben werden und nicht atmen können.
Dadurch verringert sich die Anzahl der
Meeresschildkröten. Dieses Problem muss
unbedingt gelöst werden, darüber ist
man sich im Allgemeinen auch klar. An
den südöstlichen Küsten in den Vereinigten
Staaten (USA) knüpfen die Garnelenfischer
ihre Netze so, dass diese keine Gefahr
für die Meeresschildkröten darstellen.
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Kein Platz für die Eiablage
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Eine Meeresschildkröte erreicht
mühevoll den Strand von Side,
einer der südlichen, paradiesischen
Küsten der Türkei. Sie wundert
sich. Sie sieht weit und breit
Hotels und Hochhäuser, die einen
Großteil des Strandes besetzt
haben. An den übrigen schmalen
Strandlinien sind viele Menschen.
Die Schildkröte kehrt ins Meer
zurück, um nachts zurückzukommen.
Diesmal ist der Strand von den
aus dem Fernstern strahlenden
Lichtern erhellt. An einige
Stellen des Strandes sind Mauern
aus Beton, so dass sie keinen
Platz hat, wo sie ihre Eier
legen kann. Eine andere Schildkröte
findet wieder in Side einen
leeren Platz am Strand und legt
hier ihre Eier. Die Jungen schlüpfen
aus den Eiern und kriechen in
Richtung der Lichter. Sie erreichen
jedoch nicht das Meer, da sie
dem Licht einer Straßenlampe
gefolgt sind. Am nächsten Tag
werden sie unter der heißen
Sonne sterben. Einst gab es
hunderte Kilometer lange Strände,
wo die Meeresschildkröten ihre
Eier in Sicherheit legen konnten.
Heute hat sich alles verändert.
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Aus
der Publikation des Vereins zum Schutz
des natürlichen Lebens "Meeresschildkröten
von allen Seiten".
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