|
Strassenhunde
in Fethiye |
|
In vielen
türkischen Städten und Gemeinden streunen viele herrenlose Hunde durch
die Straßen. Als Lösung des Problems werden alljährlich im ganzen Land
massenweise Hunde auf brutale Weise getötet, zum Beispiel indem
Giftköder ausgelegt werden und dadurch die Tiere einen qualvollen
Vergiftungstod sterben. Doch im nächsten Jahr hatte sich die
Hundepopulation wieder erholt und die nächste Generation war
nachgerückt. |
 |
|
|
In Fethiye setzt die
Gemeinde - auf Initiative des Bürgermeisters und des Landrates - auf
eine langfristige Lösung. Vor etwa vier Jahren ließ die Gemeinde Fethiye auf
einem 43.000 Quadratmeter großen Gelände ein Tierheim errichten. Ziel war
es, zunächst eine Auffangstation für die herrenlosen Hunde zu errichten.
|
|
Perihan Agnelli, die Leiterin des Tierheimes, die vorher im
Umweltschutz tätig war, setzte ein anderes Konzept durch: Die Hunde
sollten medizinisch versorgt und kastriert werden, und dann, mit einer
Ohrmarke versehen, wieder in die Freiheit beziehungsweise an ihren
angestammten Platz zurückgebracht werden. Denn nur so lässt sich der
Teufelskreis andauernden Nachwuchses durchbrechen. |
|
mm
|
Die
Hunde werden im Tierheim zunächst gegen Zecken und Flöhe behandelt und
medizinisch versorgt. Kranke Hunde werden in einer wenn auch etwas
beengten Quarantänestation gepflegt, damit sie die gesunden Hunde im
Tierheim nicht anstecken können. Danach werden alle Hunde kastriert.
Sie bekommen eine Ohrmarke und werden an ihren angestammten Platz
zurückgebracht. Das hat mehrere Effekte: |
 |
|
|
|
|
|
|
 |
Die Hunde werden von den Mitarbeitern des Tierheims, der örtlichen
Bürgerpolizei oder von Privatleuten zur Kastration ins Tierheim
gebracht. Privatleute bekommen pro abgegebenem Hund eine Fangprämie von
rund 2 Euro. Jedes Jahr wechselt die Farbe der Ohrmarke, sodass
insbesondere die Bürgerpolizei weiß, wann die Hunde zu einer
Impfauffrischung ins Tierheim zurückgebracht werden sollten.
|
|
|
Mobile Tierklinik |
 |
Um den Aktionsradius zu vergrößern und
zahlreichen Bitten jenseits von Fethiye entsprechen zu können, wurde ein Bus mit integriertem Operationstisch gekauft. Diese
„mobile Tierklinik“ fährt seitdem auch in entfernter gelegene Dörfer,
um die Hunde zu kastrieren. Soweit die Hunde gesund sind, werden sie
nach einer rund zweistündigen Aufwachphase an Ort und Stelle wieder
ausgesetzt. |
|
|
Um
dies medizinisch verantworten zu können, achten die Tierärzte auf zwei
Dinge: Zum einen wird, ganz im Gegensatz zu sonst üblichen
Operationsmethoden in der Türkei, der Operationsschnitt möglichst klein
gehalten. Zum anderen wird die Wunde unter der Haut vernäht, sodass der
Hund den Faden nicht aufbeißen oder weglecken kann. Auch Katzen werden
hin und wieder nach der gleichen Methode kastriert, sowohl in der
mobilen Klinik wie auch im Tierheim in Fethiye.
|
|
|
 |
Auch
Rassehunde werden kastriert. Tierheimleiterin Agnelli lehnt die
Unterscheidung zwischen „guten Rassehunden“ und „minderwertigen
Straßenhunden“ ab. Sie wehrt sich prinzipiell gegen Hundezucht –
angesichts der Massen von herrenlosen Hunden. Schließlich gebe es
genügend Straßenhunde, die liebebedürftig sind und sich nach einem
Besitzer sehnen.
|
|
|
Grundsätzlich kann jeder das Tierheim in
Fethiye besuchen. Insbesondere Schulklassen werden gezielt eingeladen.
Gerade Kindern soll die Angst vor Hunden genommen werden. Auf dem Areal, das nur zu einem Teil für die Hunde eingezäunt wurde,
plant Perihan Agnelli ein Informations- und Ausbildungszentrum. Wichtige
Garanten für das Gelingen des Projekts sind weitere freiwillige
Helfer und Tierärzte.. |
 |
|
|
Finanziert
wird das gesamte Projekt, durch Privatleute und zahlreiche
Hilfsorganisationen wie dem schweizerischen „Marching Animal Welfare
Trust“, IFAW (Internationale Tierschutz-Fonds), RSPCA International
und „Stichting Buitenlandse Aseilen“ aus Holland. Die Münchener „Tierhilfe
Süden“ unterstützte das Projekt 2001 mit 34.000 Mark, finanzierte
im Jahre 2003 einen mehrwöchigen Aufenthalt einer Praktikantin aus
Sofia und zahlte für die beiden Tierärzte jeweils
1.000 Euro im Monat.
|
|
|
|
Gegenstimmen:
Das Straßenhundprojekt von Fethiye macht Schule. Das Tierheim in
Mugla arbeitet inzwischen nach den gleichen Prinzipien wie in Fethiye.
Allerdings werden immer mehr Gegenstimmen insb. der deutschen Tierschützer
laut, die Hunde
würden im Tierheim getötet und tauchten gar nicht mehr auf den Strassen von
Fethiye auf, sind nach unserem (Webmaster in Fethiye.net) gegenwaertigen
Wissensstand nicht nachvollziehbar. Wir haben
in Fethiye (insb. Fethiye/Çalıº) stets kastrierter Hunde mit Ohrmarken gesehen.
Auch hören wir oft, das das
Schicksal der Katzen in Fethiye grausam sein soll. Vor
kurzem schrieb uns eine Freundin folgendes:
Seit ca. 4 Jahre füttere
ich in Fethiye eine Gruppe von Strassenkatzen, die in der
Zwischenzeit sogar schon von weitem den Motor meines Autos kennen.
Dass ich dort immer wieder mit Anwohneren zu kaempfen habe ist mir
schon zur Gewohnheit geworden. Aber es gibt auch erfreuliche
Augenblicke und sogar hin und wieder Hilfe von türkischen
Mitbürgern.
Leider habe ich aber nun gestern eine sehr traurige Erfahrung machen
müssen, der man hilflos gegenübersteht. Seit ca. 1 Woche fütterte
ich ein paar kleine Kaetzchen am Öiüdeniz die ich bei einem
Spaziergang mit meiner Freundin entdeckt habe. Diese kleinen Dinger
waren nur noch Haut und Knochen und stürtzten sich jeden Tag über
das Futter. Und was soll ich sagen: gestern kamen wir wieder zum
füttern und fanden zwei der Katzen tot vor. Ein Arbeiter hat uns
dann erzaehlt, dass er ein drittes Kaetzchen gefunden hat. Sie
wurden vergiftet. (Schon vor ein paar Tagen fanden wir dort eine
tote Katze).
Es ist so sinnlos, denn
jetzt sind keine Touristen da, (Winterzeit) alles ist geschlossen
und die Katzen fangen doch auch Maeuse die es sicherlich in grosser
Zahl gibt. Was sind das nur für Leute.
Ich habe mir schon
überlegt mich hier an den Bürgermeister zu wenden, denn unser
Tierheim kann man leider vergessen. Die sterilisieren zwar aber nur
wenn man die Tiere selber vorbeibringt, was ich schon mit Hilfe
meiner Freundin des öfteren getan habe. Aber darüber will ich mich
jetzt nicht weiter auslassen.
Es ist eine Schande und ein Armutszeugnis, denn wie schon
geschrieben steht sind auch die Tiere Allahs Lebewesen. |
|
|
 |
|
|
|
Hauptseite |
| |