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Die Türkei ist ein westliches Land, stark an Europa und den USA
orientiert, das in der letzten Dekade partiell eine enorme
Modernisierung erlebt hat. Partiell insoweit, daß sich die
Entwicklung auf die dicht besiedelten Küstenregionen des Westens
beschränkte, die Weiten des Anatolischen Hochlands dagegen von dem
Tourismus- und Industrialisierungsboom kaum profitieren konnten.
Dieses Ungleichgewicht läßt eine Türkei-Reise zu einem Wechselbad
der Eindrücke werden. Kein anderes Land am Mittelmeer kann einen
solchen Reichtum antiker Stätten vorweisen - Troja, Ephesos und
Pergamon sind nur die bekanntesten Namen. Die Türkei ist als eine
doppelte Kulturlandschaft daher treffend beschrieben: eine
abendländisch-antike unter einer türkisch-modernen, und allzuoft
vermischen sie sich sogar, wenn sich ein türkisches Dorf in die
Ruinen einer untergegangenen Metropole eingenistet hat. Aber auch
der, den das nicht reizt, kommt an der türkischen Küste auf seine
Kosten. Die Schönheit der Strände - endlos lang im Süden, in kleinen
Buchten versteckt im Westen - ist legendär, zumal die Türkei stolz
die beste Wasserqualität im ganzen Mittelmeer vorweisen kann.
Wassersport wird fast überall großgeschrieben: Tauchen, Segeln,
Paragliding, Surfen sind die Stichworte für den Aktivurlaub. Selbst
passionierten Wanderern oder Ski-Fans bietet die Türkei sogar noch
abenteuerliches Neuland.
Reisezeit
Die günstigste Reisezeit hängt vom Zielgebiet in der Türkei ab:
Marmara-Meer, Istanbul, Schwarzmeerküste: warme Sommer, kühle
Winter. Ägäis: warme bis heiße Sommer, relativ milde Winter.
Südküste: heiße dunstige Sommer, milde Winter. Zentralanatolien:
heiße Sommer (mit abkühlenden Nächten), kalte Winter. Ostanatolien:
heiße Sommer (mit abkühlenden Nächten), eisige Winter. Die
Badesaison reicht am Schwarzen Meer von Mitte Juni bis Anfang
September; an der Ägäisküste von Ende Mai bis Ende September; an der
Südküste von Mitte Mai bis Ende Oktober. Die Hauptniederschläge
fallen von Oktober bis März, besonders stark in den
Küstenrandgebieten; Zentralanatolien ist vergleichsweise regenarm.
Deutsche und Schweizer benötigen für einen Aufenthalt bis zu drei
Monaten einen gültigen Personalausweis. Österreicher benötigen einen
Paß und müssen ein Visum erwerben: am günstigsten direkt am
Grenzschalter. Bei längeren Aufenthalten müssen alle Touristen bei
der Ortspolizei eine Aufenthaltserlaubnis beantragen.
Zoll bei der Einreise:
Gegenstände des persönlichen Bedarfs dürfen zollfrei eingeführt
werden, dazu Geschenke im Wert von 250 €. Für Tiere benötigt man ein
Veterinärsamtszeugnis und eine Tollwutimpfbescheinigung (bei der
Botschaft beglaubigt).
Zoll bei der Ausreise:
Bei der Ausfuhr von Wertgegenständen muß nachgewiesen werden können,
daß man sie eingeführt hat (Eintragung im Reisepaß) oder daß sie mit
offiziell umgetauschtem Geld erstanden wurden (Wechselquittungen
aufbewahren). Insbesondere Teppiche dürfen nur bei Vorlage einer
Quittung mit Angabe des Alters ausgeführt werden, Antiquitäten
(älter als 1918) überhaupt nicht. Dazu zählen auch Mineralien, sowie
Fundstücke von Ausgrabungsstätten. Beim Kauf von Gegenständen über
ca. 75 € können Sie bei der Ausreise Rückerstattung der
Mehrwertsteuer beantragen. Die Ware muß jedoch in berechtigen
Geschäften gekauft werden - im Souvenirhandel wird die Steuer aber
oft (völlig legal) »erlassen«. Nähere Infos beim Fremdenverkehrsamt.
Beachten Sie bitte auch die Einfuhrbestimmungen des einheimischen
Zolls (pro Person über 17 Jahre 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen über
22 % Vol. etc.).
Flugzeug:
Die Reiseveranstalter bieten ganzjährig Flugpauschalarrangements zur
Westküste (Izmir, Bodrum, Dalaman), zur Südküste (Antalya) und nach
Istanbul an. Die Flugzeit von Frankfurt nach Istanbul beträgt ca.
2,5 Std., nach Antalya ca. 3 Std. Diese Charterflüge kann man auch
ohne Hotel buchen und auf eigene Faust eine Unterkunft suchen. Dabei
lohnt ein Preisvergleich: Türkische Veranstalter offerieren oft
günstige Angebote. Im Linienverkehr fliegt die THY (Türk Hava
Yollari) von den mitteleuropäischen Flughäfen täglich bis mehrmals
wöchentlich Istanbul, Ankara, Izmir und Antalya an; von dort
Anschlußflüge zu allen Provinzflughäfen. Lufthansa (condor), Swiss,
Delta Air und Austria Airlines haben mehrmals wöchentlich
Verbindungen nach Istanbul, Ankara und Izmir im Programm. In allen
Flughäfen mit internationalem Verkehr findet man Tourist
Information, Wechselstuben, Büros von Leihwagenagenturen und (im
Abfluggebäude) die Büros der Fluggesellschaften.
Charterflugbuchung:
http://www.infethiye.net/deutsch/flug-buchung.htm
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Reisetippkategorien für Türkei:
Ziele mit Reisetipps
Flugverkehr- Türkei
Das bequemste und schnellste Verkehrsmittel in der Türkei ist das
Flugzeug. Das Land ist flächendeckend mit Flughäfen bei den größten
Städten ausgestattet, doch bietet die türkische Fluggesellschaft THY
so gut wie keine Querverbindungen. Um von Antalya z. B. nach Adana
zu fliegen, muß man also via Ankara reisen. In der Hochsaison werden
jedoch mitunter Sonderverbindungen eingerichtet. Erkundigen Sie sich
in den Reisebüros oder bei den SunExpress-Büros (für Verbindungen
zwischen Antalya, Dalaman oder Bodrum).
Flughäfen - Antalya, Bodrum, Dalaman:
Der Flughafen Antalya liegt etwa 10 km östlich der Stadt.
Individualtouristen müssen mit dem Taxi ins Zentrum zur
Fernbusstation fahren.
Der Flughafen Bodrum liegt zwischen Milas und Bodrum (40 km bis
Bodrum). Keine Zubringerbusse; per Taxi für ca. 30 € nach Bodrum; an
der Hauptstraße kann man einen Minibus nach Milas oder Bodrum
stoppen.
Der Flughafen Dalaman ist etwa 55 km von Fethiye, ca. 110 km von
Marmaris entfernt. Hier sind Busverbindungen (ab Dalaman) mit dem
Taxi erreichbar.
PKW:
Von Frankfurt nach Istanbul sind es etwa 2.400 km, nach Antalya rund
3.400 km. Bei sehr guten Busverbindungen und einem guten Angebot an
Leihwagen spricht an sich nichts für die Anreise mit dem eigenen
Fahrzeug. Wer die viertägige Tortur trotzdem nicht scheut, hat zwei
Routen Istanbul zur Auswahl.
Die »jugoslawische« Route über Zagreb - Belgrad - Niš - Sofia -
Edirne ist seit dem Balkankrieg wenig empfehlenswert, da man mehrere
Visa braucht und mit langen Wartezeiten an den Grenzen rechnen muß.
Die Route über Budapest und Bukarest ist hingegen noch etwas länger.
Aktuelle Informationen zu den jeweiligen Transitbestimmungen geben
die Automobilclubs.
Ab Villach (Österreich) geht jedoch ein Autoreisezug nach Edirne;
Veranstalter ist Optima Tours, München, Tel. +49 (0)89 / 548 80 11.
Bei der Einreise wird der Reisepass benötigt, in den das Fahrzeug
eingetragen wird. http://www.optimatours.de
Bus:
Das landesweit wichtigste öffentliche Verkehrsmittel ist der Bus.
Die Fernbuslinien verbinden alle größeren Städte in sehr häufigem
Takt. Die Preise für die auf den Hauptstrecken durchweg komfortablen
und gut gewarteten Busse sind vergleichsweise recht günstig. Es ist
also nicht notwendig sich nach guten Bussen umzusehen, mittlerweile
haben selbst die minderwertigen Busgesellschaften hochmoderne Busse.
Wer
längere Fahrten plant, sollte mit der Gesellschaft "Varan" "Kamil
Koç" oder "Ulusoy" fahren, wobei Varan zu bevorzugen ist, die
in puncto Komfort und Sicherheit den besten Ruf hat.
Die Fernbusstationen (Otogar) der größeren
Städte liegen meist etwas außerhalb und sind per Taxi oder
Dolmus-Verkehr mit den Stadtzentren (Sehir Merkezi) verbunden.
Die Fahrkarten
werden in den Büros der Unternehmen auf den Busstationen verkauft
und gelten normalerweise auch als Platzkarten. Nach jeweils 2 bis 3
Stunden werden längere Pausen eingelegt, nur Langstreckenfahrten in
der Nacht werden ohne größere Pausen zurückgelegt. Wir empfehlen vor
der Reise wenig Flüssigkeit zu sich zu nehmen, es ist peinlich den
Fahrer zu bitten, bei der naechsten Tankstelle anzuhalten. Bei
laengeren Strecken, kann es schon passieren, das Stundenlang nicht
angehalten wird.
Ein
Fahrtbegleiter verstaut das Gepäck in das untere Laderaum des Busses,
dabei werden Nummernschilder an das Gepaeck befestigt, die gleiche
Nummer wird jeweils dem Passagier ausgehaendigt. So kann man
überprüfen, ob man auch das richtige Gepaeck bekommen hat. Der
Fahrtbegleiter bietet regelmäßig Eau de Cologne
zur Erfrischung, ausserdem gibt es nach Wunsch Wasser, Tee, Caffe
usw.
Wenn man den
Busfahrer frühzeitig bittet, stoppen Kurzstreckenbusse auch bei den
Sehenswürdigkeiten, um eventuell ein Photo zu machen. In der Regel kann man die Busse auch auf freier
Strecke per Handzeichen anhalten.
Schiff - Istanbul-Fähren:
Ido (Istanbul Deniz Otobüsleri) bietet zahlreiche Verbindungen auf
dem Bosporus und im Marmara-Meer. Info: IDO, Kennedy Cad., Yenikapi
Iskelesi, Eminönü, Tel. +90 (0)212 / 517 96 96, Fax +90 (0)212 / 517
38 00, 24-Std-Info: Tel. +90 (0)212 / 516 12 12 (Internet:
http://www.ido.com.tr ).
Turkish Maritime Lines (Türkiye Denizcilik Isletmeleri) haben
reguläre Fährverbindungen u. a. nach Bandirma, Samsun oder Izmir.
Info: TDI, Rihtim Cad. 4, Karaköy, Tel. +90 (0)212 / 249 92 22, Fax
+90 (0)212 / 249 53 91 (Internet: http://www.tdi.com.tr ).
Eskihisar - Topçular (Autofähre über den Golf von Izmit): Abfahrt
ca. alle 30 Min.; Dauer etwa 45 Min. In den Stoßzeiten sind längere
Wartezeiten möglich.
Schiff - Dardanellen- & Bodrum-Fähren:
Dardanellen-Fähre: Zu jeder vollen Stunde zwischen 6 und 24 Uhr
pendeln Autofähren zwischen Çanakkale und Eceabat bzw. Lapseki und
Gelibolu.
Bodrum-Fähren:
Nach Datça (Gökova-Golf): in der Saison tgl. 9 Uhr ab Bodrum Hafen,
retour jeweils 17 Uhr, in der Hauptsaison auch 8.30 ab Datça, 15 Uhr
zurück. Beschränkt auch Autotransport. Info am Hafen. Ankunft in
Körmen Iskelesi, ca. 5 km nördlich von Datça; Buszubringer in den
Ort. Die Verbindung mit den Hydrofoils der Bodrum Express Lines ist
schneller, aber auch teurer.
Nach Didyma/Altinkum (Güllük-Golf): In der Saison jeden Do ab Bodrum
17.30 Uhr, retour um 7 Uhr am nächsten Morgen. In der Hochsaison
auch ein Personenboot für Tagestouren ab Altinkum-Hafen nach Torba.
Dolmuº
Dolmus (Minibus) Der Busverkehr auf den Nebenstrecken zu den
abgelegenen Orten wird von Kleinbussen, den Dolmus (sprich
dolmusch), übernommen. Der Begriff bedeutet auf Türkisch »gefüllt«,
und tatsächlich startet der Fahrer erst dann, wenn die meisten
Sitzplätze besetzt sind. Dies gilt aber nur für die Dolmusch-
Parkstellen. Ansonsten fahren die Dolmusch'sche einfach drauf los
und sammeln unterwegs die Leute, die sich mit einem Handzeichen
bemerkbar machen. Dabei ist es nicht wichtig, wo man steht, aber man
sollte sich eine Stelle aussuchen, wo der Bus auch problemlos
anhalten kann.
Die Fahrzeuge werden meist privat
betrieben, doch sind die Preise staatlich festgelegt und wesentlich
billiger als die der Taxis. Die Fahrtziele werden auf einem Schild an der
Windschutzscheibe angezeigt. Die Kleinbusse findet man in kleinen
Orten auf dem Hauptplatz oder bei der Bushaltestelle; in größeren
Orten meist auf einer innenstadtnahen Minibus-Station (Garaj).
Bahn:
Das Streckennetz der Staatsbahn TCDD umfaßt ca. 8.500 km.
Zugverbindungen sind zwar sehr günstig, doch außer auf den
»Schnellstrecken« zwischen Istanbul und Ankara dem Busverkehr an
Komfort und Schnelligkeit stets unterlegen. Nur die schnelleren
Express-Züge haben auch Liege- oder Schlaf- und Speisewagen. An der
West- und Südküste, zwischen Izmir und Mersin, gibt es keine
Bahnlinien.
Erkrankungen
Die häufigsten Erkrankungen sind Sonnenbrände und leichte
Darmprobleme. Einerseits sollte man daher nie die intensive
UV-Strahlung unterschätzen, andererseits gewisse Vorsichtsregeln
beachten: In erster Linie: Nicht allzu große Mengen eisgekühlter
Getränke zu sich nehmen - das ist die häufigste Ursache für
Durchfall! Bei leichteren Beschwerden hilft eine Diät aus ungesüßtem Tee,
lauwarmer Cola und Salzgebäck. Halten die Beschwerden länger an,
erhält man in der Apotheke rezeptfreie Medikamente, z.B. Lorimid
oder Ercefuryl. Tritt Fieber hinzu, sollte man jedoch sofort einen
Arzt aufsuchen.
Feste und Feiertage
Die Staatsfeiertage, die alle an Ereignisse der Republikgründung
erinnern, haben neben dem offiziellen auch einen volksfestähnlichen
Charakter. So geht man meist vormittags zum Atatürk-Denkmal, danach
wird gefeiert.
Die islamischen Feiertage Seker Bayrami und Kurban Bayrami sind von
der Bedeutung her in etwa mit unserem Ostern und Weihnachten
vergleichbar.
Kurban Bayramı (Februar)
Das »Opferfest« wird in Erinnerung an das Opfer Abrahams begangen,
das auch den Muslimen als Symbol der Unterwerfung unter Gottes
Willen heilig ist. Wer es sich leisten kann, schlachtet ein Tier für
das Festmahl, zu dem die ganze Familie zusammenkommt. Ein Teil des
Fleisches wird an die Armen verschenkt. Gleichzeitig markiert das
Fest die Mitte und den Höhepunkt des Wallfahrtsmonats, in dem man
zur Pilgerfahrt nach Mekka aufbricht.
Gençlik ve Spor Bayramı (19. Mai)
Atatürk-Gedenktag und Tag der Jugend und des Sports, erinnert an die
Ankunft Atatürks in Samsun 1919 und gilt als Gründungstag der
Unabhängigkeitsbewegung. Wird mit Auftritten von Jugendgruppen und
Sportvereinen gefeiert.
Cumhuriyet Bayramı (29. Oktober)
Der »Tag der Republik« erinnert an die Gründung der türkischen
Republik durch Atatürk 1923.
ªeker Bayramı (November)
Das »Zuckerfest« feiert das Fastenbrechen am Ende des Monats
Ramadan. Man beschenkt die Kinder mit Süßigkeiten, kauft neue
Kleider und tafelt daheim mit allen erdenklichen lukullischen
Genüssen. Das Fest dauert drei Tage, das öffentliche Leben kommt
meist aber schon am Nachmittag des Vortags zum Erliegen.
Essen Trinken
Die einfachen türkischen Lokale haben sich oft auf bestimmte
Gerichte spezialisiert. So erhält man im kebap salonu Grillfleisch
vom Drehspieß, im pide salonu die dünnen türkischen Pizzen, die im
Osten recht scharf gewürzt sind, im köfteci gibt es Köfte-Gerichte.
Allen gemeinsam ist, daß es oft keinen Alkoholausschank gibt und daß
man sich die meisten Gerichte an großen Kühl- oder Warmhaltetruhen
aussuchen kann.
Noch ein Wort zur Rechnung: Üblicherweise zahlt man
in der Türkei nicht getrennt, sondern alle legen zusammen - Türken
streiten sogar um die Ehre, die Rechnung übernehmen zu dürfen. Es
macht also immer einen guten Eindruck, das nur einer bezahlt,
irgendwie kann man sich ja dann mit dem Bezahlen abwechseln
(arangieren). Ausserdem sollte man nicht unbedingt auf eine Rechnung
bestehen, denn es ist fast üblich, das man nur einen Endbetrag
presentiert bekommt, was man ohne grosse Diskussionen bezahlt. Man
sollte vorher nachfragen, was die einzelnen Gerichte und Getraenke
kosten um so einen Betrag selbst zu errechnen. Spaeter diese mit dem
Endbetrag des Restaurants vergleichen. Weicht der Endbetrag von dem
selbst Errechneten nur geringfügig aus, sollte man es dabei
belassen, ist der Betrag grösser kann man protestieren. Ein
Trinkgeld ist immer gern gesehen.
Lokaltypen
Im büfe verzehrt man Essen und Getränke im Stehen, das çayhane oder
einfach nur "Kahve" ist
ein »Teehaus«, wo sich die Männer mit tavla (Backgammon)oder okey
(eine Art Rommé mit Spielsteinen) die Zeit vertreiben. Das "Pastahane"
ist eine Café-Konditorei, das "Birahane" eine Bierkneipe. Dann gibt es
noch den "Aile salonu", den »Familiensalon«, wo meist eine ruhigere,
gemütlichere Atmosphäre herrscht als in den Teehäusern oder Kneipen
(Meyhane). Dann gibt es die "Çay
bahçesi" (»Teegärten«): hier treffen sich die beiden sonst so strikt
geschiedenen Welten. Wer will, zieht sich mit einer "Nargile"
(Wasserpfeife) in die Männerecke zurück; ansonsten sitzen Familien
oder Pärchen bei einer Teezeremonie zusammen. In einem "Pastahane" -
einer Art Konditoreikaffee - erhält man Süßes und verschiedene
Backwaren. In den Städten Anatoliens sind solche Lokale immer eine
gute Adresse, wo man einen Mittagssnack einnehmen kann.
Frauen allein unterwegs
Im »Touristen-Ghetto« haben alleinreisende Frauen nicht mehr und
nicht weniger Probleme als woanders auch. In der lästig häufigen
»Anmache« die man in den Großhotels erdulden muß, sehen sich die
türkischen Kellner und Sportbetreuer durch zahlreiche »Erfolge«
bestärkt. Abseits der Touristenorte sind die Männer zurückhaltender,
aber auch hier ist man vor unliebsamen Überraschungen nicht
geschützt. Im Fall eines Falles erreicht man die besten Erfolge,
wenn man sich laut schimpfend zur Wehr setzt (rufen Sie: »Ayip!« =
Schande) und damit an die Öffentlichkeit appelliert.
Die besten
Erfahrungen scheinen Frauen mit einem Verhalten machen zu können,
das sie den Türkinnen abschauen. Belästigungen bleiben immer dann
aus, wenn »Mann« sich nicht aufgefordert fühlen kann, z.B. schon
durch einen erwiderten Blickkontakt oder freizügige Kleidung. In
abgelegenen Dörfern sollten Frauen sich zudem in ihrer Kleidung
weitgehend der Tradition anpassen und vor allem einsame Strände
meiden. In Bussen haben Frauen das Recht, nicht neben einem Mann
sitzen zu müssen (!). In reisepraktischen Fragen wende »Frau« sich,
wo immer möglich, an eine Türkin - die überaus herzliche Hilfe ist
allein schon ein ganz überraschendes Erlebnis.
Bettler
Sehr häufig wird man erleben, daß gerade die Türken, die selbst
nicht allzu viel besitzen, Bettlern etwas Geld zustecken. Meist
handelt es sich um alte oder verkrüppelte Menschen, die ohne
staatliche Unterstützung leben. Im Islam zählt das Almosengeben zu
den heiligen Pflichten, und das Christentum hat wohl auch nichts
dagegen. Keinesfalls sollten Sie allerdings bettelnden Kindern Geld
geben, die dadurch leicht ein größeres Monatseinkommen als ihre
Väter erreichen können - anstatt zur Schule zu gehen.
Feilschen
Auf dem Basar, bei Straßenhändlern und bei Souvenirläden ist es
durchaus üblich um den Preis zu handeln. In Supermärkten,
Kaufhäusern und Lebensmittel- geschäften gelten hingegen feste Preise.
Man sollte aber nur feilschen, wenn man auch kaufen möchte. Wenn der
Händler ein Preisgebot akzeptiert, verlangen die Regeln, daß der
Kauf auch zustande kommt. Am besten nennen Sie also zunächst keinen
Preis, sondern ziehen sich mit Sätzen wie »sehr schön, doch zu
teuer« (Çok güzel, Çok pahali [tschok güsel, tschok pachale ])aus
der Affaire. Wenn der Preis dann fällt, sollte ihr Angebot
mindestens ein Drittel unter dem Einstiegspreis liegen. Ein Viertel
Abschlag sollte man mindestens schaffen. Im Touristenhandel werden
die Preise aber zunehmend durch den Zeitmangel der Käufer verdorben.
Denn für einen guten Handel benötigt man viel Zeit - wenn der
Reisebus wartet, braucht man es gar nicht zu versuchen. Man sollte
auch bedenken, das in manchen Gegenden sich Immermehr das Festpreis
durchgesetzt hat.
Schlepper
In der touristischen Türkei leben bis zu 30% der Bevölkerung von der
Urlaubsindustrie, die meisten allerdings in nebengeordneten
Bereichen wie dem Souvenir- und Teppichhandel. Grundlage ist
üblicherweise eine Kommission bei Geschäftsabschluss. Vor allem aus
diesem Grund wird man beim Abendbummel so häufig angesprochen und in
Ali Babas Teppichladen eingeladen. Will man die Schlepper loswerden,
hilft schimpfen nichts, Kopfschütteln auch nicht: in der Türkei hebt
man für »Nein« die Kinnspitze etwas hoch und legt den Kopf in den
Nacken. Da die meisten ziemlich gut Deutsch können und viel Spaß
verstehen, kann man sich auch vielerlei Ausreden ausdenken.
Todsicher wirksam: Ich habe kein Geld.
Moscheebesuch
In der Türkei ist das Betreten einer Moschee (Cami oder Mescid) auch
dem Nicht-Muslimen gestattet. Die meisten Bauten sind vor- und
spätnachmittags bis abends geöffnet, über Mittag aber oft
geschlossen. In Ausnahmefällen fragt man nach dem Hoca (sprich:
hodscha) oder wartet das Ende des Gebets ab. Während der
Gebetszeiten und am Freitag, dem heiligen Tag des Islam, sollte man
von einem Moscheebesuch absehen - vor allem im noch tiefer in der
Religion verankerten Binnenland, wo ungebührliches Verhalten
durchaus ausländerfeindliche Reaktionen hervorrufen kann. Am Eingang
müssen immer die Schuhe abgelegt werden, angemessene Kleidung ist
erforderlich: keine Shorts, auch die Arme müssen bedeckt sein,
Frauen müssen ein Tuch um die Haare legen. Bei bedeutenden Moscheen
werden am Eingang Tücher ausgegeben.
Türkisches Fremdenverkehrsamt in Deutschland
Tauentzienstraße 9-12 D - 10789 Berlin Tel. +49 (0)30 / 214 37 52
Fax +49 (0)30 / 214 39 52 http://www.turizm.gov.tr
Türkisches Informationsbüro für Fremdenverkehr in Österreich:
Singerstraße 2/8 A - 1010 Wien Tel. +43 (0)1 / 512 21 28 Fax +43
(0)1 / 513 83 26 E-Mail : office@turkinfo.at
http://www.turkinfo.tic.at
Türkisches Fremdenverkehrsamt in der Schweiz:
Talstraße 82 CH - 8001 Zürich Tel. +41 (0)1 / 221 08 10 Fax +41 (0)1
/ 212 17 49 http://www.turizm.gov.tr |