Allgemeine Informationen über die Türkei

 

 

Die Türkei ist ein westliches Land, stark an Europa und den USA orientiert, das in der letzten Dekade partiell eine enorme Modernisierung erlebt hat. Partiell insoweit, daß sich die Entwicklung auf die dicht besiedelten Küstenregionen des Westens beschränkte, die Weiten des Anatolischen Hochlands dagegen von dem Tourismus- und Industrialisierungsboom kaum profitieren konnten. Dieses Ungleichgewicht läßt eine Türkei-Reise zu einem Wechselbad der Eindrücke werden.  Kein anderes Land am Mittelmeer kann einen solchen Reichtum antiker Stätten vorweisen - Troja, Ephesos und Pergamon sind nur die bekanntesten Namen. Die Türkei ist als eine doppelte Kulturlandschaft daher treffend beschrieben: eine abendländisch-antike unter einer türkisch-modernen, und allzuoft vermischen sie sich sogar, wenn sich ein türkisches Dorf in die Ruinen einer untergegangenen Metropole eingenistet hat. Aber auch der, den das nicht reizt, kommt an der türkischen Küste auf seine Kosten. Die Schönheit der Strände - endlos lang im Süden, in kleinen Buchten versteckt im Westen - ist legendär, zumal die Türkei stolz die beste Wasserqualität im ganzen Mittelmeer vorweisen kann. Wassersport wird fast überall großgeschrieben: Tauchen, Segeln, Paragliding, Surfen sind die Stichworte für den Aktivurlaub. Selbst passionierten Wanderern oder Ski-Fans bietet die Türkei sogar noch abenteuerliches Neuland.

Reisezeit
Die günstigste Reisezeit hängt vom Zielgebiet in der Türkei ab: Marmara-Meer, Istanbul, Schwarzmeerküste: warme Sommer, kühle Winter. Ägäis: warme bis heiße Sommer, relativ milde Winter. Südküste: heiße dunstige Sommer, milde Winter. Zentralanatolien: heiße Sommer (mit abkühlenden Nächten), kalte Winter. Ostanatolien: heiße Sommer (mit abkühlenden Nächten), eisige Winter. Die Badesaison reicht am Schwarzen Meer von Mitte Juni bis Anfang September; an der Ägäisküste von Ende Mai bis Ende September; an der Südküste von Mitte Mai bis Ende Oktober. Die Hauptniederschläge fallen von Oktober bis März, besonders stark in den Küstenrandgebieten; Zentralanatolien ist vergleichsweise regenarm.

Deutsche und Schweizer benötigen für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten einen gültigen Personalausweis. Österreicher benötigen einen Paß und müssen ein Visum erwerben: am günstigsten direkt am Grenzschalter. Bei längeren Aufenthalten müssen alle Touristen bei der Ortspolizei eine Aufenthaltserlaubnis beantragen.

Zoll bei der Einreise:
Gegenstände des persönlichen Bedarfs dürfen zollfrei eingeführt werden, dazu Geschenke im Wert von 250 €. Für Tiere benötigt man ein Veterinärsamtszeugnis und eine Tollwutimpfbescheinigung (bei der Botschaft beglaubigt).

Zoll bei der Ausreise:
Bei der Ausfuhr von Wertgegenständen muß nachgewiesen werden können, daß man sie eingeführt hat (Eintragung im Reisepaß) oder daß sie mit offiziell umgetauschtem Geld erstanden wurden (Wechselquittungen aufbewahren). Insbesondere Teppiche dürfen nur bei Vorlage einer Quittung mit Angabe des Alters ausgeführt werden, Antiquitäten (älter als 1918) überhaupt nicht. Dazu zählen auch Mineralien, sowie Fundstücke von Ausgrabungsstätten. Beim Kauf von Gegenständen über ca. 75 € können Sie bei der Ausreise Rückerstattung der Mehrwertsteuer beantragen. Die Ware muß jedoch in berechtigen Geschäften gekauft werden - im Souvenirhandel wird die Steuer aber oft (völlig legal) »erlassen«. Nähere Infos beim Fremdenverkehrsamt. Beachten Sie bitte auch die Einfuhrbestimmungen des einheimischen Zolls (pro Person über 17 Jahre 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen über 22 % Vol. etc.).

Flugzeug:
Die Reiseveranstalter bieten ganzjährig Flugpauschalarrangements zur Westküste (Izmir, Bodrum, Dalaman), zur Südküste (Antalya) und nach Istanbul an. Die Flugzeit von Frankfurt nach Istanbul beträgt ca. 2,5 Std., nach Antalya ca. 3 Std. Diese Charterflüge kann man auch ohne Hotel buchen und auf eigene Faust eine Unterkunft suchen. Dabei lohnt ein Preisvergleich: Türkische Veranstalter offerieren oft günstige Angebote. Im Linienverkehr fliegt die THY (Türk Hava Yollari) von den mitteleuropäischen Flughäfen täglich bis mehrmals wöchentlich Istanbul, Ankara, Izmir und Antalya an; von dort Anschlußflüge zu allen Provinzflughäfen. Lufthansa (condor), Swiss, Delta Air und Austria Airlines haben mehrmals wöchentlich Verbindungen nach Istanbul, Ankara und Izmir im Programm. In allen Flughäfen mit internationalem Verkehr findet man Tourist Information, Wechselstuben, Büros von Leihwagenagenturen und (im Abfluggebäude) die Büros der Fluggesellschaften.

Charterflugbuchung: http://www.infethiye.net/deutsch/flug-buchung.htm

Alle Reisetippkategorien für Türkei: Ziele mit Reisetipps
 

Flugverkehr- Türkei
Das bequemste und schnellste Verkehrsmittel in der Türkei ist das Flugzeug. Das Land ist flächendeckend mit Flughäfen bei den größten Städten ausgestattet, doch bietet die türkische Fluggesellschaft THY so gut wie keine Querverbindungen. Um von Antalya z. B. nach Adana zu fliegen, muß man also via Ankara reisen. In der Hochsaison werden jedoch mitunter Sonderverbindungen eingerichtet. Erkundigen Sie sich in den Reisebüros oder bei den SunExpress-Büros (für Verbindungen zwischen Antalya, Dalaman oder Bodrum).

 
Flughäfen - Antalya, Bodrum, Dalaman:
Der Flughafen Antalya liegt etwa 10 km östlich der Stadt. Individualtouristen müssen mit dem Taxi ins Zentrum zur Fernbusstation fahren.

Der Flughafen Bodrum liegt zwischen Milas und Bodrum (40 km bis Bodrum). Keine Zubringerbusse; per Taxi für ca. 30 € nach Bodrum; an der Hauptstraße kann man einen Minibus nach Milas oder Bodrum stoppen.

Der Flughafen Dalaman ist etwa 55 km von Fethiye, ca. 110 km von Marmaris entfernt. Hier sind Busverbindungen (ab Dalaman) mit dem Taxi erreichbar.

 
PKW:
Von Frankfurt nach Istanbul sind es etwa 2.400 km, nach Antalya rund 3.400 km. Bei sehr guten Busverbindungen und einem guten Angebot an Leihwagen spricht an sich nichts für die Anreise mit dem eigenen Fahrzeug. Wer die viertägige Tortur trotzdem nicht scheut, hat zwei Routen Istanbul zur Auswahl.

Die »jugoslawische« Route über Zagreb - Belgrad - Niš - Sofia - Edirne ist seit dem Balkankrieg wenig empfehlenswert, da man mehrere Visa braucht und mit langen Wartezeiten an den Grenzen rechnen muß. Die Route über Budapest und Bukarest ist hingegen noch etwas länger. Aktuelle Informationen zu den jeweiligen Transitbestimmungen geben die Automobilclubs.

Ab Villach (Österreich) geht jedoch ein Autoreisezug nach Edirne; Veranstalter ist Optima Tours, München, Tel. +49 (0)89 / 548 80 11. Bei der Einreise wird der Reisepass benötigt, in den das Fahrzeug eingetragen wird. http://www.optimatours.de 
 
Bus:
Das landesweit wichtigste öffentliche Verkehrsmittel ist der Bus. Die Fernbuslinien verbinden alle größeren Städte in sehr häufigem Takt. Die Preise für die auf den Hauptstrecken durchweg komfortablen und gut gewarteten Busse sind vergleichsweise recht günstig. Es ist also nicht notwendig sich nach guten Bussen umzusehen, mittlerweile haben selbst die minderwertigen Busgesellschaften hochmoderne Busse.

Wer längere Fahrten plant, sollte mit der Gesellschaft "Varan" "Kamil Koç" oder "Ulusoy" fahren, wobei Varan zu bevorzugen ist, die in puncto Komfort und Sicherheit den besten Ruf hat.

Die Fernbusstationen (Otogar) der größeren Städte liegen meist etwas außerhalb und sind per Taxi oder Dolmus-Verkehr mit den Stadtzentren (Sehir Merkezi) verbunden.

Die Fahrkarten werden in den Büros der Unternehmen auf den Busstationen verkauft und gelten normalerweise auch als Platzkarten. Nach jeweils 2 bis 3 Stunden werden längere Pausen eingelegt, nur Langstreckenfahrten in der Nacht werden ohne größere Pausen zurückgelegt. Wir empfehlen vor der Reise wenig Flüssigkeit zu sich zu nehmen, es ist peinlich den Fahrer zu bitten, bei der naechsten Tankstelle anzuhalten. Bei laengeren Strecken, kann es schon passieren, das Stundenlang nicht angehalten wird.

Ein Fahrtbegleiter verstaut das Gepäck in das untere Laderaum des Busses, dabei werden Nummernschilder an das Gepaeck befestigt, die gleiche Nummer wird jeweils dem Passagier ausgehaendigt. So kann man überprüfen, ob man auch das richtige Gepaeck bekommen hat. Der Fahrtbegleiter bietet regelmäßig Eau de Cologne zur Erfrischung, ausserdem gibt es nach Wunsch Wasser, Tee, Caffe usw. 

Wenn man den Busfahrer frühzeitig bittet, stoppen Kurzstreckenbusse auch bei den Sehenswürdigkeiten, um eventuell ein Photo zu machen. In der Regel kann man die Busse auch auf freier Strecke per Handzeichen anhalten.


 
Schiff - Istanbul-Fähren:
Ido (Istanbul Deniz Otobüsleri) bietet zahlreiche Verbindungen auf dem Bosporus und im Marmara-Meer. Info: IDO, Kennedy Cad., Yenikapi Iskelesi, Eminönü, Tel. +90 (0)212 / 517 96 96, Fax +90 (0)212 / 517 38 00, 24-Std-Info: Tel. +90 (0)212 / 516 12 12 (Internet: http://www.ido.com.tr ).

Turkish Maritime Lines (Türkiye Denizcilik Isletmeleri) haben reguläre Fährverbindungen u. a. nach Bandirma, Samsun oder Izmir. Info: TDI, Rihtim Cad. 4, Karaköy, Tel. +90 (0)212 / 249 92 22, Fax +90 (0)212 / 249 53 91 (Internet: http://www.tdi.com.tr ).

Eskihisar - Topçular (Autofähre über den Golf von Izmit): Abfahrt ca. alle 30 Min.; Dauer etwa 45 Min. In den Stoßzeiten sind längere Wartezeiten möglich.

Schiff - Dardanellen- & Bodrum-Fähren:
Dardanellen-Fähre: Zu jeder vollen Stunde zwischen 6 und 24 Uhr pendeln Autofähren zwischen Çanakkale und Eceabat bzw. Lapseki und Gelibolu.
 
Bodrum-Fähren:
Nach Datça (Gökova-Golf): in der Saison tgl. 9 Uhr ab Bodrum Hafen, retour jeweils 17 Uhr, in der Hauptsaison auch 8.30 ab Datça, 15 Uhr zurück. Beschränkt auch Autotransport. Info am Hafen. Ankunft in Körmen Iskelesi, ca. 5 km nördlich von Datça; Buszubringer in den Ort. Die Verbindung mit den Hydrofoils der Bodrum Express Lines ist schneller, aber auch teurer.

Nach Didyma/Altinkum (Güllük-Golf): In der Saison jeden Do ab Bodrum 17.30 Uhr, retour um 7 Uhr am nächsten Morgen. In der Hochsaison auch ein Personenboot für Tagestouren ab Altinkum-Hafen nach Torba.

Dolmuº
Dolmus (Minibus) Der Busverkehr auf den Nebenstrecken zu den abgelegenen Orten wird von Kleinbussen, den Dolmus (sprich dolmusch), übernommen. Der Begriff bedeutet auf Türkisch »gefüllt«, und tatsächlich startet der Fahrer erst dann, wenn die meisten Sitzplätze besetzt sind. Dies gilt aber nur für die Dolmusch- Parkstellen. Ansonsten fahren die Dolmusch'sche einfach drauf los und sammeln unterwegs die Leute, die sich mit einem Handzeichen bemerkbar machen. Dabei ist es nicht wichtig, wo man steht, aber man sollte sich eine Stelle aussuchen, wo der Bus auch problemlos anhalten kann.

Die Fahrzeuge werden meist privat betrieben, doch sind die Preise staatlich festgelegt und wesentlich billiger als die der Taxis. Die Fahrtziele werden auf einem Schild an der Windschutzscheibe angezeigt. Die Kleinbusse findet man in kleinen Orten auf dem Hauptplatz oder bei der Bushaltestelle; in größeren Orten meist auf einer innenstadtnahen Minibus-Station (Garaj).

Bahn:
Das Streckennetz der Staatsbahn TCDD umfaßt ca. 8.500 km. Zugverbindungen sind zwar sehr günstig, doch außer auf den »Schnellstrecken« zwischen Istanbul und Ankara dem Busverkehr an Komfort und Schnelligkeit stets unterlegen. Nur die schnelleren Express-Züge haben auch Liege- oder Schlaf- und Speisewagen. An der West- und Südküste, zwischen Izmir und Mersin, gibt es keine Bahnlinien.
 
Erkrankungen
Die häufigsten Erkrankungen sind Sonnenbrände und leichte Darmprobleme. Einerseits sollte man daher nie die intensive UV-Strahlung unterschätzen, andererseits gewisse Vorsichtsregeln beachten: In erster Linie: Nicht allzu große Mengen eisgekühlter Getränke zu sich nehmen - das ist die häufigste Ursache für Durchfall!  Bei leichteren Beschwerden hilft eine Diät aus ungesüßtem Tee, lauwarmer Cola und Salzgebäck. Halten die Beschwerden länger an, erhält man in der Apotheke rezeptfreie Medikamente, z.B. Lorimid oder Ercefuryl. Tritt Fieber hinzu, sollte man jedoch sofort einen Arzt aufsuchen.
 
Feste und Feiertage
Die Staatsfeiertage, die alle an Ereignisse der Republikgründung erinnern, haben neben dem offiziellen auch einen volksfestähnlichen Charakter. So geht man meist vormittags zum Atatürk-Denkmal, danach wird gefeiert.

Die islamischen Feiertage Seker Bayrami und Kurban Bayrami sind von der Bedeutung her in etwa mit unserem Ostern und Weihnachten vergleichbar.
 
Kurban Bayramı (Februar)
Das »Opferfest« wird in Erinnerung an das Opfer Abrahams begangen, das auch den Muslimen als Symbol der Unterwerfung unter Gottes Willen heilig ist. Wer es sich leisten kann, schlachtet ein Tier für das Festmahl, zu dem die ganze Familie zusammenkommt. Ein Teil des Fleisches wird an die Armen verschenkt. Gleichzeitig markiert das Fest die Mitte und den Höhepunkt des Wallfahrtsmonats, in dem man zur Pilgerfahrt nach Mekka aufbricht.
 
Gençlik ve Spor Bayramı (19. Mai)
Atatürk-Gedenktag und Tag der Jugend und des Sports, erinnert an die Ankunft Atatürks in Samsun 1919 und gilt als Gründungstag der Unabhängigkeitsbewegung. Wird mit Auftritten von Jugendgruppen und Sportvereinen gefeiert.
 
Cumhuriyet Bayramı (29. Oktober)
Der »Tag der Republik« erinnert an die Gründung der türkischen Republik durch Atatürk 1923.
 
ªeker Bayramı (November)
Das »Zuckerfest« feiert das Fastenbrechen am Ende des Monats Ramadan. Man beschenkt die Kinder mit Süßigkeiten, kauft neue Kleider und tafelt daheim mit allen erdenklichen lukullischen Genüssen. Das Fest dauert drei Tage, das öffentliche Leben kommt meist aber schon am Nachmittag des Vortags zum Erliegen.

Essen Trinken
Die einfachen türkischen Lokale haben sich oft auf bestimmte Gerichte spezialisiert. So erhält man im kebap salonu Grillfleisch vom Drehspieß, im pide salonu die dünnen türkischen Pizzen, die im Osten recht scharf gewürzt sind, im köfteci gibt es Köfte-Gerichte. Allen gemeinsam ist, daß es oft keinen Alkoholausschank gibt und daß man sich die meisten Gerichte an großen Kühl- oder Warmhaltetruhen aussuchen kann.

Noch ein Wort zur Rechnung: Üblicherweise zahlt man in der Türkei nicht getrennt, sondern alle legen zusammen - Türken streiten sogar um die Ehre, die Rechnung übernehmen zu dürfen. Es macht also immer einen guten Eindruck, das nur einer bezahlt, irgendwie kann man sich ja dann mit dem Bezahlen abwechseln (arangieren). Ausserdem sollte man nicht unbedingt auf eine Rechnung bestehen, denn es ist fast üblich, das man nur einen Endbetrag presentiert bekommt, was man ohne grosse Diskussionen bezahlt. Man sollte vorher nachfragen, was die einzelnen Gerichte und Getraenke kosten um so einen Betrag selbst zu errechnen. Spaeter diese mit dem Endbetrag des Restaurants vergleichen. Weicht der Endbetrag von dem selbst Errechneten nur geringfügig aus, sollte man es dabei belassen, ist der Betrag grösser kann man protestieren.  Ein Trinkgeld ist immer gern gesehen.
 
Lokaltypen
Im büfe verzehrt man Essen und Getränke im Stehen, das çayhane oder einfach nur "Kahve" ist ein »Teehaus«, wo sich die Männer mit tavla (Backgammon)oder okey (eine Art Rommé mit Spielsteinen) die Zeit vertreiben. Das "Pastahane" ist eine Café-Konditorei, das "Birahane" eine Bierkneipe. Dann gibt es noch den "Aile salonu", den »Familiensalon«, wo meist eine ruhigere, gemütlichere Atmosphäre herrscht als in den Teehäusern oder Kneipen (Meyhane). Dann gibt es die "Çay bahçesi" (»Teegärten«): hier treffen sich die beiden sonst so strikt geschiedenen Welten. Wer will, zieht sich mit einer "Nargile" (Wasserpfeife) in die Männerecke zurück; ansonsten sitzen Familien oder Pärchen bei einer Teezeremonie zusammen. In einem "Pastahane" - einer Art Konditoreikaffee - erhält man Süßes und verschiedene Backwaren. In den Städten Anatoliens sind solche Lokale immer eine gute Adresse, wo man einen Mittagssnack einnehmen kann.

Frauen allein unterwegs
Im »Touristen-Ghetto« haben alleinreisende Frauen nicht mehr und nicht weniger Probleme als woanders auch. In der lästig häufigen »Anmache« die man in den Großhotels erdulden muß, sehen sich die türkischen Kellner und Sportbetreuer durch zahlreiche »Erfolge« bestärkt. Abseits der Touristenorte sind die Männer zurückhaltender, aber auch hier ist man vor unliebsamen Überraschungen nicht geschützt. Im Fall eines Falles erreicht man die besten Erfolge, wenn man sich laut schimpfend zur Wehr setzt (rufen Sie: »Ayip!« = Schande) und damit an die Öffentlichkeit appelliert.

Die besten Erfahrungen scheinen Frauen mit einem Verhalten machen zu können, das sie den Türkinnen abschauen. Belästigungen bleiben immer dann aus, wenn »Mann« sich nicht aufgefordert fühlen kann, z.B. schon durch einen erwiderten Blickkontakt oder freizügige Kleidung. In abgelegenen Dörfern sollten Frauen sich zudem in ihrer Kleidung weitgehend der Tradition anpassen und vor allem einsame Strände meiden. In Bussen haben Frauen das Recht, nicht neben einem Mann sitzen zu müssen (!). In reisepraktischen Fragen wende »Frau« sich, wo immer möglich, an eine Türkin - die überaus herzliche Hilfe ist allein schon ein ganz überraschendes Erlebnis.
 
Bettler
Sehr häufig wird man erleben, daß gerade die Türken, die selbst nicht allzu viel besitzen, Bettlern etwas Geld zustecken. Meist handelt es sich um alte oder verkrüppelte Menschen, die ohne staatliche Unterstützung leben. Im Islam zählt das Almosengeben zu den heiligen Pflichten, und das Christentum hat wohl auch nichts dagegen. Keinesfalls sollten Sie allerdings bettelnden Kindern Geld geben, die dadurch leicht ein größeres Monatseinkommen als ihre Väter erreichen können - anstatt zur Schule zu gehen.
 
Feilschen
Auf dem Basar, bei Straßenhändlern und bei Souvenirläden ist es durchaus üblich um den Preis zu handeln. In Supermärkten, Kaufhäusern und Lebensmittel- geschäften gelten hingegen feste Preise. Man sollte aber nur feilschen, wenn man auch kaufen möchte. Wenn der Händler ein Preisgebot akzeptiert, verlangen die Regeln, daß der Kauf auch zustande kommt. Am besten nennen Sie also zunächst keinen Preis, sondern ziehen sich mit Sätzen wie »sehr schön, doch zu teuer« (Çok güzel, Çok pahali [tschok güsel, tschok pachale ])aus der Affaire. Wenn der Preis dann fällt, sollte ihr Angebot mindestens ein Drittel unter dem Einstiegspreis liegen. Ein Viertel Abschlag sollte man mindestens schaffen. Im Touristenhandel werden die Preise aber zunehmend durch den Zeitmangel der Käufer verdorben. Denn für einen guten Handel benötigt man viel Zeit - wenn der Reisebus wartet, braucht man es gar nicht zu versuchen. Man sollte auch bedenken, das in manchen Gegenden sich  Immermehr das Festpreis durchgesetzt hat.
 
Schlepper

In der touristischen Türkei leben bis zu 30% der Bevölkerung von der Urlaubsindustrie, die meisten allerdings in nebengeordneten Bereichen wie dem Souvenir- und Teppichhandel. Grundlage ist üblicherweise eine Kommission bei Geschäftsabschluss. Vor allem aus diesem Grund wird man beim Abendbummel so häufig angesprochen und in Ali Babas Teppichladen eingeladen. Will man die Schlepper loswerden, hilft schimpfen nichts, Kopfschütteln auch nicht: in der Türkei hebt man für »Nein« die Kinnspitze etwas hoch und legt den Kopf in den Nacken. Da die meisten ziemlich gut Deutsch können und viel Spaß verstehen, kann man sich auch vielerlei Ausreden ausdenken. Todsicher wirksam: Ich habe kein Geld.

Moscheebesuch
In der Türkei ist das Betreten einer Moschee (Cami oder Mescid) auch dem Nicht-Muslimen gestattet. Die meisten Bauten sind vor- und spätnachmittags bis abends geöffnet, über Mittag aber oft geschlossen. In Ausnahmefällen fragt man nach dem Hoca (sprich: hodscha) oder wartet das Ende des Gebets ab. Während der Gebetszeiten und am Freitag, dem heiligen Tag des Islam, sollte man von einem Moscheebesuch absehen - vor allem im noch tiefer in der Religion verankerten Binnenland, wo ungebührliches Verhalten durchaus ausländerfeindliche Reaktionen hervorrufen kann. Am Eingang müssen immer die Schuhe abgelegt werden, angemessene Kleidung ist erforderlich: keine Shorts, auch die Arme müssen bedeckt sein, Frauen müssen ein Tuch um die Haare legen. Bei bedeutenden Moscheen werden am Eingang Tücher ausgegeben.
 
Türkisches Fremdenverkehrsamt in Deutschland
Tauentzienstraße 9-12 D - 10789 Berlin Tel. +49 (0)30 / 214 37 52 Fax +49 (0)30 / 214 39 52 http://www.turizm.gov.tr

Türkisches Informationsbüro für Fremdenverkehr in Österreich:
Singerstraße 2/8 A - 1010 Wien Tel. +43 (0)1 / 512 21 28 Fax +43 (0)1 / 513 83 26 E-Mail : office@turkinfo.at http://www.turkinfo.tic.at

Türkisches Fremdenverkehrsamt in der Schweiz:
Talstraße 82 CH - 8001 Zürich Tel. +41 (0)1 / 221 08 10 Fax +41 (0)1 / 212 17 49 http://www.turizm.gov.tr

 
 

 
 

 

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