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Projekt zum Schutz von Meeresschildkröten

Die Unechte Schildkröte "Caretta caretta" zählt zu den stark gefährdeten Tierarten unsere Meere. Seit 1993 bemüht sich ein engagiertes Projekt des Instituts für Ökologie und Naturschutz der Universität Wien in der Türkei um den Erhalt dieser urzeitlichen Reptilien. Forschung und Artenschutz gehen dabei im Rahmen einer Lehrveranstaltung Hand in Hand.

Unzählige Sonnenschirme, Liegestühle und TouristInnen, die sich in der Sonne aalen: Auf den ersten Blick würde hier an den Stränden von Calis und Yaniklar im Süden der Türkei wohl niemand so genannte "Special Protected Areas" vermuten, Gebiete also, die dem Schutz stark bedrohter Tierarten dienen. Doch an den Stränden des Mittelmeers ist es eng geworden. Und so legen die Meeresschildkröten ihre Eier dort ab, wo sich tagsüber TouristInnen tummeln.

Die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) ist eine der nur mehr sieben Meeres- schildkrötenarten, die heute noch existieren. Alle sieben stehen mittlerweile auf der Liste der gefährdeten Arten. Eine Kombination aus Artenschutz, Forschung und Aufklärung soll ein vollständiges Aussterben der Tiere ver -hindern. BiologInnen des Instituts für Ökologie und Naturschutz arbeiten dabei eng mit ihren türkischen KollegInnen zusammen.

Bild: Meeresschildröte Caretta caretta © R. Kikinger

Gefahrenzone Strand

Viele der TouristInnen wissen gar nicht, dass sie ihren Strand von Mitte April bis Ende September mit den Meeresschildkröten teilen. Und gegensätzlicher könnten die beiderseitigen Interessen nicht sein. "Sehr viel, was dort passiert, entspricht nicht dem, was in einem Schutzgebiet erlaubt ist", konstatiert Projektleiter Dr. Michael Stachowitsch, Lektor am Institut für Ökologie und Naturschutz, "Hotelanlagen, die die Strände beanspruchen, nächtliche Feste am Strand, Fahren mit Motorbooten und Jet-Skis."

Die scheuen Reptilien werden dadurch bei der Eiablage gestört, durch Motorboote verletzt oder verenden an weggeworfenen Plastiksäcken, die sie mit Quallen verwechseln. Und anderswo landen viele der Tiere - insbesondere die nahverwandte Suppenschildkröte - trotz des Verbotes immer noch in den Kochtöpfen, weiß Stachowitsch: "In Südamerika beispielsweise wird in der Fastenzeit vermehrt Schildkrötenfleisch gegessen, da dieses aus dem Meer kommt und so nicht als Fleisch gilt." Die langsamen Tiere bilden dafür eine allzu leichte Beute.

Frisch geschlüpftes Jungtier - ein so genannter Hatchling.  © M. Stachowitsch

Nach Beendigung des Schlupfvorganges wird die Anzahl der unbefruchteten Eier, der toten Embryos und der von Insekten befallenen Eiern bestimmt.

Störfaktor Licht

Im Rahmen einer Diplomarbeit will man im kommenden Sommer die vielen Störfaktoren an den Eiablageplätzen der Schildkröten genauer untersuchen. Dazu zählt zunehmend die Lichtverschmutzung an den Stränden. Frisch geschlüpfte Jungtiere orientieren sich anhand des an der Wasseroberfläche reflektierten Mondlichts. Wird dieses Licht von künstlichen Lichtquellen überstrahlt, verirren sich die Tiere. Sie gelangen nicht ins schützende Wasser, werden von Raubtieren gefressen oder sterben an Erschöpfung. Von den WissenschafterInnen aufgestellte Schutzkäfige über den Nestern sollen dies verhindern. Die darin frisch geschlüpften Tiere werden an dunklen Strandabschnitten freigelassen.  

Die wissenschaftliche Arbeit vor Ort stellt eine der Grundlagen dar, um überhaupt sinnvolle Schutzmaßnahmen treffen zu können. Ein Augenmerk dabei gilt den Vorgängen im Inneren der Schildkrötennester.

So überwachen spezielle elektronische Messfühler die Temperatur im Sand. Ähnlich wie bei Krokodilen also, nur dass es bei denen genau umgekehrt ist", erläutert Projektmitarbeiterin Christine Fellhofer den Zusammenhang. Schon ein Sonneschirm über dem Nest kann die Temperatur negativ beeinflussen. Durch solche Messungen konnte in der Vergangenheit etwa festgestellt werden, dass die Temperatur im Nest über das Geschlecht der Jungtiere entscheidet. "Je höher die Temperatur, desto mehr Weibchen entstehen.

Wissenschafter beim Vermessen und markieren eines erwachsenen Weibchen. © M. Stachowitsch

Patenschaft für eine Caretta caretta

Im Rahmen von Freilandübungen bietet das Schildkrötenprojekt die Möglichkeit der praktischen Ausbildung von Studierenden: Fünf Wochen Feldarbeit in der Türkei - Campingatmosphäre, Nachtarbeit, Lagerkoller und Erfolgserlebnis inklusive. "Die Lehrveranstaltung bietet eine der wenigen Möglichkeiten für die Studenten, um im Ausland ein Naturschutzprojekt mitzuerleben - mit allen Höhen und Tiefen", meint Stachowitsch.

Die Widerstände, die dem Projekt entgegengebracht werden, und die Aufklärungsarbeit gegen die Unwissenheit und oft Unvernunft von so manchen TouristInnen oder Einheimischen zählen mit zu den Erfahrungen, die die StudentInnen dabei sammeln. Finanziert wird das Projekt zum größten Teil durch Sponsoren, wie der Tiergarten Schönbrunn, Gulet Touristik und A.R.G. Schmidt. Eine der Möglichkeiten, das Projekt privat zu unterstützen, besteht in einer Patenschaft für ein Tier. "50 Euro beträgt eine einjährige Patenschaft. Dafür erhält man eine Patenschaftsurkunde, genaue Informationen über seine Schildkröte, den Schlüpferfolg und kann sich für das Tier auch einen Namen aussuchen", so Christine Fellhofer. Die Jungtiere, die letzten Sommer geschlüpft sind, werden erst in ca. 20 Jahren wieder an den Ort ihrer Geburt zurückkehren und ihre Eier nächtens in den Sand legen. Es bleibt zu hoffen, dass sie auch dann noch die Möglichkeit dazu vorfinden. (ro)
 
An dem Meeresschildkrötenprojekt der Universität Wien beteiligen sich neben der Universität Wien die drei türkischen Universitäten von Izmir, Denizli und Aydin.

 

QUELLE. Institut für Ökologie und Naturschutz/Abteilung Meeresbiologie Meeresschildkrötenprojekt

http://www.dieuniversitaet-online.at/beitraege/news/projekt-zum-schutz-von-meeresschildkroten/69/neste/30.html

 

Anmerkung- Webmaster: Eine Freundin schrieb in ihrem Mail folgendes:

Gestern erst hatte ich ein interessantes Gespräch mit einigen Leuten, die ihre Segelyachten zum Überwintern in der Ege Saray Marina, Fethiye abgestellt haben. Es wurde dort vor zwei Tagen ein Seelöwe gesichtet! Inmitten von all den Schiffen, war er auf Beutefang. Die Rückkehr der Seelöwen ist ein Thema, was der neu errichteten Deniz-Behörde gemeldet wurde. Schon vor zwei Jahren trafen wir auf zwei Seelöwen vor der Insel Sövalye und in Marmaris. Das ist doch mal was Nettes!

Das die Caretta´s sich viel und gerne im Hafenbecken der Marina aufhalten ist bekannt. Sorge mache ich mir nur, das die Schildkröten dort den Muschelbewuchs von den Schiffen abknabbern. Alle Schiffe sind am Unterwasserschiff mit überaus giftigen Farben bestrichen (Antifouling), was die Tiere dann auch zu sich nehmen.

Das Brutgebiet der Caretta Caretta Meeresschildkröte ist nicht nur am Calisstrand, sondern auch in Dalyan. Dort knattern während der touristischen Jahreszeit hunderte von Ausflugsbooten mit ohrenbetäubenden Diesellärm durch das Flussgebiet der Brutstätte. Die sehr scheuen und lärmempfindlichen Tiere werden so aufgeschreckt und vertrieben. Hauptsache die Kohle stimmt!

Umweltschutz und Tierschutz wird in der Türkei noch immer dem Geldbeutel untergeordnet. Schade!

Es gibt viel zu diesem Thema zu sagen. Schaut euch nur mal die armen vielen Huskys an, die vor allen Tierarztpraxen zum Verkauf in winzige Kisten gesperrt werden.

 

Allgemeine Informationen über Meeresschildkröten  

    

Meeresschildkröten leben seit fast 95 Millionen Jahren auf unseren Planeten. Ihre Vorfahren waren riesige Landschildkröten, die während der Zeit der Dinosaurier begonnen haben, im Meer zu leben. Die damaligen ersten Meeresschildkröten sehen den heutigen nicht mehr ähnlich. Sie änderten sich in mehreren Millionen von Jahren. Ihre Füße wurden zu Flossen. Ihr schwerer und großer Körper passte sich den neuen Bedingungen an und wurde flacher und leichter.

Die Dinosaurier und die riesigen Landschildkröten sind ausgestorben. Wir können heute in Museen nur noch ihre Fossilien bewundern. Die Meeresschildkröten setzten jedoch ihre Existenz fort. Sieben Arten von Meeresschildkröten schwimmen heute noch in warmen Ozeanen unseres Planeten.

Sie verbringen ihr ganzes Leben im Wasser. Die Weibchen gehen nur kurz an Land, um Eier zu legen. Sie teilen das Meer mit Fischen, Walen und anderen Tieren sowie mit der gesamten Unterwasser Pflanzenwelt und mit uns Menschen. In den Meeren der Türkei leben nur zwei Arten von Meeresschildkröten: Die Karett Schildkröte (Caretta Caretta) und die Suppenschildkröte (Chelonia mydas).

 

 Suppenschildkröte (Chelonia mydas)

Als Christoph Kolumbus die "Neue Welt" entdeckte, lebten in der Karibik Millionen von Meeresschildkröten. Kolumbus und andere Entdecker, Händler, Kolonisten und Piraten stellten fest, dass das Fleisch einer Rasse besonders schmackhaft war. Diese Schildkröte war braun, 1 m lang und bis zu 136 kg schwer. Sie ernährte sich von in seichten Stellen nahe den Künsten wachsenden Pflanzen. Die Seemänner konnten dieses ruhige Tier sehr leicht fangen.

Sie drehten die Schildkröte auf ihren Panzer, so dass sie sich nicht verteidigen konnte. Danach banden sie ihre Flossen zusammen und brachten das Tier auf ihr Schiff um es zu töten, wenn sie frisches Fleisch brauchten. Diese Schildkröte wird auch "Grüne Schildkröte" genannt, da das Fett in ihrem Körper von den Pflanzen eine grüne Farbe angenommen hat. Sie ist die einzige Meeresschildkröte, die sich von Pflanzen ernährt. Nach mehreren Jahrhunderten werden die Schildkröten auch heute noch gefangen und getötet. Ihre Zahl nimmt von Tag zu Tag ab.

 

Die Unechte Schildkröte (Caretta Caretta)

Die Karett Schildkröte ist etwas kleiner als die Suppenschildkröte. Sie ist 135-180 kg schwer und ernährt sich von Skorpionen und anderen Meerestieren. Diese Schildkröte jagt in der Nähe von Korallennestern und Felsen. Man kann sie an ihrem dicken Kopf sowie breiten und kurzen Hals sehr leicht erkennen. Wie die anderen Meeresschildkröten zieht auch die Karett Schildkröte nicht wie die Landschildkröten ihren Kopf in ihre Panzer ein.

Ihr Kopf und ihre Flossen sind daher schutzlos. Einige Haie und Walfische können diese Körperteile, die außerhalb des Körpers bleiben, angreifen. Da sich die Karett Schildkröte sehr schnell fortbewegt, hat sie sehr wenige natürliche Feinde.

 

 Die Suppenschildkröte legt Eier

Das Weibchen betritt alleine den Strand, wo immer es sein Nest baut. Einige Zeit vorher hat sie sich in der Nähe dieses Strandes im Wasser gepaart. Nun ist es Zeit die Eier zu legen. Die Suppenschildkröte kann in einer Saison etwa 3-4 Mal Eier legen. So schnell sie sich im Wasser auch fortbewegt und sich die Umgebung anpasst, so langsam, wehrlos und schwerfällig ist sie auf dem Land.

Sie zieht sich mühevoll an den Strand um einen vor Wellen sicheren Platz zu finden. Mit ihren Flossen gräbt sie ein ihren Maßen entsprechendes Loch in den Sand, setzt sich hinein und gräbt ein flaschenförmiges Loch, indem sie ihre Hinterflossen wie eine Schaufel benutzt. Danach legt sie rund 100 weiße Eier, die wie Tischtennisbälle aussehen, in dieses Loch. Die Suppenschildkröte bedeckt die Eier danach mit Sand und bewegt sich ganz langsam in Richtung Meer. Dabei hinterlässt sie eine traktorähnliche Spur. Sie weiß leider nicht, dass zahlreiche Gefahren auf ihre Eier lauern. Die Menschen nehmen die Eier meist aus Neugier oder zum Essen mit. Außerdem sind die Eier Leckerbissen für Hunde, Füchse und Sandskorpione. Deshalb müssen die Strände, wo die Schildkröten ihre Eier legen, unbedingt unter Schutz genommen werden.

 

Die aus den Eiern schlüpfenden Jungen

Die Sonnenstrahlen wärmen die im Sand begrabenen Schildkröten- Eier, wodurch diese heranreifen. Ihre Schale ist nach zwei Monaten bereit zum Reißen. Die Jungen stupsen mit ihren Nasenspitzen Löcher in die Schale. Diese spezielle Spitze an ihren Nasen verschwindet, sobald sie aus dem Ei geschlüpft sind. Alle Jungen müssen fast zur gleichen Zeit aus den Eiern schlüpfen. Denn sie müssen gemeinsam aus ihrem Nest flüchten. Die kleinen Schildkröten graben sich mühsam heraus. Der Sand fällt in die leeren Eierschalen, die für die Schildkröten als Treppen dienen. In ein paar Tagen erreichen sie die Decke ihres Nestes und eines Nachts oder eines frühen Morgens erscheinen am Strand kleine dunkle Köpfe und Flossen. Die 5 cm großen Jungen kriechen zum Mond bescheinenden Meer, immer dem Licht entgegen.

 

Wettlauf zum Meer

Die kleinen Schildkröten erahnen instinktiv die Richtung des Meeres durch das strahlende Wasser. Sie werden vom Glanz der Wasseroberfläche angezogen. Nachdem sie es geschafft haben, aus ihren Nestern zu schlüpfen, beginnt ein Wettlauf zum Meer. Die lebhaften, aber wehrlosen Jungen strengen sich ungeschickt an. Um das Meer erreichen zu können, benötigen auch die Jungen wie ihre Mütter absolute Dunkelheit. Sie werden von brennendem Licht z.B. aus einem Haus, Scheinwerfern, Straßenlampen getäuscht, kriechen in Richtung dieser Lichter und sterben schließlich. Die Jungen kommen nachts aus ihren Nestern heraus, um sich vor den heißen Sonnenstrahlen zu schützen, denn diese würden sie austrocknen.

Die Panzer der ausgeschlüpften Jungen sind noch recht weich. Da sie sich noch nicht richtig wehren können, werden sie von zahlreichen natürlichen Feinden aufgefressen: z. B. sind sie für die Skorpionheere oder manche Meeresvögel eine Festspeise. Nur wenige Jungen können das Meer erreichen. Viele davon werden wiederum von Fischen aufgefressen. Nur 1-2 Jungen bleibt am Leben. Wo sie ihr erstes Lebensjahr verbringen ist eines der Geheimnisse der Natur. Die Suppenschildkröten kommen zum Beispiel erst nach einem Jahr an die Küste, um Pflanzen zu fressen. Einjährige Junge sind so groß wie ein Speiseteller.


Wohin legen die Meeresschildkröten ihre Eier?

Die Meeresschildkröten leben in breiten Zonen mit mildem Klima. Wie im Mittelmeer geht die Zahl der in den pazifischen und atlantischen Ozeanen lebenden Schildkröten von Tag zu Tag zurück. Die Meeresschildkröten kehren zur Eiablage zu den Stränden zurück, an denen sie geboren wurden. Wissenschaftler wissen immer noch nicht, wie diese Schildkröten ihren Geburtsstrand finden, nachdem sie mehrere Tausend Kilometer geschwommen sind. Es wird vermutet, dass ein Teil der Meeresschildkröten des Mittelmeeres nur im Mittelmeer leben und überwintern. Die Schildkröten werden markiert, damit festgestellt wird, wohin sie sich das Jahr hindurch bewegen.

Schildkröten oder Schildkrötenprodukte?

Der Bestand der Meeresschildkröten geht drastisch zurück. Eine ausgestorbene Tierrasse wird niemals wieder leben. Einer der Gründe, warum die Schildkröten vom Aussterben bedroht sind, sind die Menschen, die sie zu verschiedenen Zwecken fangen. Von Panzern einiger Schildkröten werden Kämme, Brillen, Knöpfe u. ä. hergestellt. Vom Leder einiger Schildkröten werden Taschen und Schuhe produziert. Andere landen in Suppen... In einigen Gebieten glauben die Menschen, dass Schildkrötenblut manche Krankheiten heilt, was jedoch nicht stimmt.

Vergessen Sie nicht: falls Sie oder Menschen in ihrer Umgebung die oben genannten Produkte benutzen, tragen auch Sie die Schuld für das Aussterben dieses seltenen Tieres.


Schildkrötenfang

Früher haben Menschen, die an Küsten lebten, Meeresschildkröten gefangen, um ihre Familien zu ernähren. Manchmal harpunierte ein Fischer eine Schildkröte, um sie zu essen und manchmal fing eine Gruppe von Fischern mit ihren Netzen die Schildkröten, die an die Wasseroberfläche kamen um nach Luft zu schnappen und brachten sie in ihre Dörfer. Als es noch viele Meeresschildkröten gab, dachte man, dass die Existenz der Schildkröten nicht dadurch gefährdet werden kann. Die Nachfrage nach Meeresschildkröten wurde jedoch immer größer. Der Schildkrötenfang brachte viel Geld ein. Hunderte Schildkröten wurden im Meer oder am Strand gefangen, bevor sie ihre Eier legten. Ihre Zahl ging drastisch zurück und nun sind sie vom Aussterben bedroht. Alle Schildkröten in unserem Land stehen unter Naturschutz. Der Handel mit Schildkrötenprodukten ist verboten. Trotzdem sind Menschen unter uns, die diese Gesetze brechen.

Schleppnetze und Schildkröten

Überall in der Welt gehen kommerzielle Fischerboote auf Fang. Einiger diesen Boote fahren in der Nähe der Küste und ziehen große "troll" genannte Netze über den Meeresgrund. Mit dieser Art von Fischerei wird der Meeresgrund sozusagen mit Netzen ausgebaggert. Die Lebensräume vieler Fische, Sandgarnellen, Korallen werden dabei beschädigt. Auch Karett Schildkröten gelangen meistens zufällig in die Netze. Zahlreiche Meeresschildkröten geraten in die für Sandgarnellen angefertigten Netze und sterben mit den Garnelen, weil sie an die Oberfläche des Wassers getrieben werden und nicht atmen können. Dadurch verringert sich die Anzahl der Meeresschildkröten. Dieses Problem muss unbedingt gelöst werden, darüber ist man sich im Allgemeinen auch klar. An den südöstlichen Küsten in den Vereinigten Staaten (USA) knüpfen die Garnelenfischer ihre Netze so, dass diese keine Gefahr für die Meeresschildkröten darstellen.

 

 Kein Platz für die Eiablage

Eine Meeresschildkröte erreicht mühevoll den Strand von Side, einer der südlichen, paradiesischen Küsten der Türkei. Sie wundert sich. Sie sieht weit und breit Hotels und Hochhäuser, die einen Großteil des Strandes besetzt haben. An den übrigen schmalen Strandlinien sind viele Menschen. Die Schildkröte kehrt ins Meer zurück, um nachts zurückzukommen.

Diesmal ist der Strand von den aus dem Fernstern strahlenden Lichtern erhellt. An einige Stellen des Strandes sind Mauern aus Beton, so dass sie keinen Platz hat, wo sie ihre Eier legen kann. Eine andere Schildkröte findet wieder in Side einen leeren Platz am Strand und legt hier ihre Eier. Die Jungen schlüpfen aus den Eiern und kriechen in Richtung der Lichter. Sie erreichen jedoch nicht das Meer, da sie dem Licht einer Straßenlampe gefolgt sind. Am nächsten Tag werden sie unter der heißen Sonne sterben. Einst gab es hunderte Kilometer lange Strände, wo die Meeresschildkröten ihre Eier in Sicherheit legen konnten. Heute hat sich alles verändert.
 

Aus der Publikation des Vereins zum Schutz des natürlichen Lebens "Meeresschildkröten von allen Seiten".

 

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